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Flughafen Memmingen
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Der Flughafen Memmingen (auch AllgĂ€u Airport, Flughafen Memmingen/MĂŒnchen-West, IATA-Code: FMM, ICAO-Code: EDJA) ist der Verkehrsflughafen der Stadt Memmingen in Oberschwaben. Er ist mit etwa 3,5 Millionen Flugpassagieren (Stand Dezember 2025) zwar der kleinste von drei VerkehrsflughĂ€fen in Bayern, jedoch Deutschlands grĂ¶ĂŸter Regionalflughafencite-ref-3[3] sowie der höchstgelegene Verkehrsflughafen Deutschlands.cite-ref-4[4]

Der Fliegerhorst Memmingerberg wurde im Zuge der AufrĂŒstung der Wehrmacht 1936 fertiggestellt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Anlage durch Bombenangriffe zerstört. Ab 1956 wurde der Fliegerhorst von der deutschen Luftwaffe genutzt. Die Stilllegung des Fliegerhorstes erfolgte Mitte 2004.

Bereits 2002 wurde durch lokale Unternehmer die air+park allgĂ€u GmbH & Co. KG gegrĂŒndet (spĂ€ter AllgĂ€u Airport GmbH & Co. KG), um die Möglichkeiten einer zivilen Nutzung des Flugplatzes nach seiner Schließung vorzubereiten. Im Juli 2004 erfolgte die Zulassung unter dem Namen Regionaler Verkehrsflughafen AllgĂ€u. Mitte 2007 wurden die ersten LinienflĂŒge aufgenommen und im September 2008 der Flugplatz formal in Flughafen Memmingen umbenannt. Er wird von zwei Billigfluggesellschaften angeflogen, die großen Anteil am Flug- und Passagieraufkommen haben. Weitere internationale Ziele werden von verschiedenen Chartergesellschaften teilweise saisonal angeflogen.

Contents

‱ Geschichte
‱ Kontrollturm
‱ Sicherheit
‱ Polizei
‱ Zoll
‱ Altlasten
‱ Siehe auch
‱ Weblinks

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Geschichte

Fliegerhorst Memmingerberg 1935–1945

Die ersten Planungs- und Vermessungsarbeiten fĂŒr die Anlage eines Flugplatzes begannen 1934. Der damalige Memminger OberbĂŒrgermeister Heinrich Berndl bat in einem Brief an das Reichsluftfahrtministerium, dass der Flughafen fĂŒr eine gute Verkehrsanbindung möglichst nah an die Stadt gebaut werde. Am 21. Januar 1936 wurde mit dem Bau des 300 Meter mal 1500 Meter großen MilitĂ€rflugplatzes bei Memmingerberg begonnen. Am 18. Oktober 1936 wurde Richtfest gefeiert und um den Jahreswechsel 1936/37 wurden Teile des Kampfgeschwaders 255 Alpengeschwader dort stationiert, das bald in Kampfgeschwader 51 Edelweiß umbenannt wurden. In dieser Zeit kamen auf dem Flugplatz unter anderem Flugzeuge der Typen He 111, Do 17 und Ju 88 zum Einsatz.cite-ref-sportflug-5-0[5] Bis August 1939 waren sechs Hallen fertiggestellt. Ziel des Ausbaus war es, genĂŒgend KapazitĂ€t fĂŒr zwei Gruppen an Kampfflugzeugen zu schaffen.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden EinsĂ€tze zunĂ€chst von Memmingerberg aus geflogen, Anfang 1940 wurde dann das Geschwader auf verschiedene FlugplĂ€tze nach Frankreich verlegt. Die Anlage wurde daraufhin erweitert, unter anderem mit einer einen Kilometer langen Start- und Landebahn aus Beton. Dazu wurde zwischenzeitlich auch eine Abteilung des Reichsarbeitsdienstes von Rißtissen nach Memmingerberg verlegt. WĂ€hrend des Krieges wurde der Platz von der Zerstörerschule 2 benutzt. Er diente zudem zur Erprobung verschiedener neuer FluggerĂ€te, darunter der erste DĂŒsenjĂ€ger Me 262 und der „Amerikabomber“, Me 264. Auch andere KampfverbĂ€nde wurden kurzzeitig, manchmal nur fĂŒr wenige Tage, auf dem Fliegerhorst stationiert.cite-ref-echo-6-0[6]

Die folgende Tabelle zeigt die vollstÀndige Auflistung aller fliegenden aktiven Einheiten (ohne Schul- und ErgÀnzungsverbÀnde) der Luftwaffe der Wehrmacht, die hier zwischen 1937 und 1944 stationiert waren.cite-ref-7[7]

| Von | Bis | Einheit | AusrĂŒstung |
|---|---|---|---|
| MĂ€rz 1937 | April 1939 | III./KG 255 (III. Gruppe des Kampfgeschwaders 255) | |
| Mai 1939 | November 1939 | III./KG 51 | Dornier Do 17M , Heinkel He 111H |
| August 1939 | Mai 1940 | I./KG 51 | Heinkel He 111H, Junkers Ju 88A |
| November 1940 | MĂ€rz 1941 | Stab, I. und II./ZG 26 | Messerschmitt Bf 110 |
| November 1941 | Dezember 1941 | Stab und I./KG 54 | Junkers Ju 88A |
| August 1943 | August 1943 | II./KG 30 | Junkers Ju 88A |
| Juli 1944 | Juli 1944 | Stab/JG 300 (Stab des Jagdgeschwaders 300) | Focke-Wulf Fw 190A |
| August 1944 | September 1944 | I./KG 26 | Junkers Ju 88A |

Der erste schwere Bombenangriff mit grĂ¶ĂŸeren SchĂ€den erfolgte am 18. MĂ€rz 1944. Zwölf Menschen starben an diesem, weitere 27 Menschen am darauf folgenden Tag. Am jenem 18. MĂ€rz waren neben Memmingen Friedrichshafen, MĂŒnchen, Oberpfaffenhofen, Lechfeld und Landsberg von insgesamt ĂŒber 700 Bombern angegriffen worden.cite-ref-8[8] Ein weiterer Großangriff auf den Fliegerhorst am 18. Juli 1944 begann um 11 Uhr in vier Wellen mit jeweils 50–60 Maschinen. Dabei wurden 170 Personen getötet und 140 verwundet. Drei Hallen wurden vollstĂ€ndig zerstört, drei weitere, die Werft und die UnterkĂŒnfte beschĂ€digt. Zudem wurden 26 Flugzeuge vollstĂ€ndig zerstört und 40 weitere beschĂ€digt. Auf der Gegenseite wurden 14 amerikanische B-17-Bomber und sieben P-51-Mustang-BegleitjĂ€ger abgeschossen. Zwei Tage spĂ€ter wurde der Flugplatz erneut angegriffen und dabei wurde die noch verbliebene Infrastruktur und 40 Flugzeuge zerstört, 30 weitere wurden beschĂ€digt. Auf dem Fliegerhorst waren weitere 18 Tote und sieben Verwundete zu beklagen. In den darauf folgenden Wochen wurde notdĂŒrftig versucht, die Infrastruktur wieder instand zu setzen.
Bis zur Kapitulation im Jahr 1945 gab es noch drei weitere schwere und mehrere leichte Luftangriffe. Am 14. August 1944 wurde der Horst durch Jagdbomber angegriffen und sieben Flugzeuge stark beschĂ€digt. Am 25. Februar, 8. und 22. MĂ€rz 1945 wurde der Platz von Tieffliegern angegriffen. Am 9. April erfolgte ein schwerer Angriff mit 96 B-24-Bombern, bei denen nicht nur der Fliegerhorst, sondern auch Teile Memmingens zerstört wurden, was zu hohen Verlusten bei der Zivilbevölkerung fĂŒhrte. Der letzte Angriff auf Memmingen fand am 23. April 1945 statt. Am 26. April wurde die Stadt kampflos an die StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten ĂŒbergeben.cite-ref-9[9]

Nach dem Krieg dienten die noch intakten GebĂ€ude als provisorische UnterkĂŒnfte fĂŒr Heimatvertriebene.cite-ref-echo-6-1[6]

MilitÀrflugplatz von 1954 bis 2003

→

Hauptartikel

:

Jagdbombergeschwader 34 „AllgĂ€u“

und

FlugzeugfĂŒhrerschule „S“

Ab 1954 nutzten die United States Air Force das Areal des Fliegerhorsts als Übungsplatz. 1955 wurde mit dem Wiederaufbau der Start- und Landebahn, der Hallen und GebĂ€ude begonnen. Im Juni 1956 wurde ein Vorkommando mit der FlugzeugfĂŒhrerschule „S“ auf den Platz verlegt und dieser damit fĂŒr die deutsche Luftwaffe genutzt, die ab Oktober 1956 den vollen Fluglehrbetrieb mit Flugzeugen vom Typ Piper PA-18 und Nord Noratlas aufnahm. Die Schule umfasste die Transportflieger- und Hubschrauberausbildung sowie die Blindflugschulung.cite-ref-echo-6-2[6]

1959 wurde die Schule aus PlatzgrĂŒnden nach Wunstorf, Diepholz und Faßberg und von dort das neugebildete Jagdbombergeschwader 34 nach Memmingerberg verlegt. Am 5. Mai 1959 wurde diese neue Einheit, die 1992 den Beinamen AllgĂ€u bekam, durch den damaligen Bundesminister der Verteidigung, Franz Josef Strauß, feierlich in Memmingerberg in Dienst gestellt. Beim JaBoG 34 ‚AllgĂ€u‘ waren vor allem die F-84 F, der Lockheed F-104G ‚Starfighter‘ und bis zuletzt das Mehrzweck-Kampfflugzeug PA 200 ‚Tornado‘ stationiert. Seit dieser Zeit waren am Fliegerhorst ungefĂ€hr 2.400 Soldaten und Zivilbedienstete beschĂ€ftigt.cite-ref-sportflug-5-1[5]

WĂ€hrend des Kalten Kriegs waren im Rahmen der Nuklearen Teilhabe US-amerikanische Atomwaffen auf dem GelĂ€nde gelagert.cite-ref-10[10] FĂŒr diese Waffen war von 1966 bis 1996 eine Staffel der U.S. Air Force mit bis zu 400 Soldaten verantwortlich. Diese waren auf einem separaten Bereich des Fliegerhorsts untergebracht, dem auch eigene Einrichtungen wie eine US-amerikanische Schule und ein Supermarkt angehörten.

Die Auflösung des Geschwaders wurde im Zuge der sogenannten „Luftwaffenstruktur 5“ am Ende des Jahres 2000 beschlossen. Am 31. Dezember 2002 wurde der Einsatzflugbetrieb offiziell eingestellt. Zum 30. Juni 2003 erfolgte die endgĂŒltige Außerdienststellung. Der Fliegerhorst Memmingerberg wurde am 31. MĂ€rz 2004 stillgelegt. Ab dem 1. April 2004 gehörte das GelĂ€nde dem Bundesministerium der Finanzen.

Flughafen Memmingen 2004 bis 2010

Am 13. Juni 2002 grĂŒndeten lokale Unternehmer und der Landkreis UnterallgĂ€u die air + park allgĂ€u GmbH & Co. KG, die sich spĂ€ter in AllgĂ€u Airport GmbH & Co. KG umbenannte, um die Möglichkeiten einer zivilen Nutzung des Flughafens nach seiner Schließung vorzubereiten. Bereits am 31. Juli wurde ein Antrag auf luftrechtliche Änderungsgenehmigung beim Luftamt SĂŒdbayern eingereicht. Am 20. Juli 2004 erfolgte dann die Zulassung als Regionaler Verkehrsflughafen AllgĂ€u.cite-ref-11[11]

Der Flugbetrieb der allgemeinen Luftfahrt begann am 5. August desselben Jahres, zu diesem Zeitpunkt jedoch noch ohne Linien- oder Charterflugverkehr. Zur Hannover Messe im Jahr 2005 wurden erstmals tĂ€gliche BedarfsflĂŒge angeboten; wegen mangelnder Nachfrage mussten diese jedoch wieder abgesagt werden. Ein weiterer, von Dauair geplanter Liniendienst, zweimal wöchentlich nach Dortmund und Rostock ab dem 27. August 2006, konnte wegen Insolvenz nicht durchgefĂŒhrt werden. Als Ersatz wurden im Herbst 2006 zweimal pro Woche BedarfsflĂŒge fĂŒr einen AllgĂ€uer Hotelier zwischen Dortmund und Memmingen durch die Luftfahrtgesellschaft Walter angeboten; das Passagieraufkommen beschrĂ€nkte sich in der zweimonatigen Phase auf etwa 100 Personen.cite-ref-12[12]

Ende Juni 2005 beschloss der Landkreis OberallgĂ€u eine Starthilfe von 480.000 Euro fĂŒr den Flughafen. Am 18. September 2005 entschied sich die Bevölkerung der Stadt Memmingen in einem BĂŒrgerentscheid mit knapper Mehrheit, eine weitere Starthilfe in Höhe von 200.000 Euro zu gewĂ€hren.cite-ref-13[13] Bei einem ebenfalls am 18. September 2005 durchgefĂŒhrten BĂŒrgerentscheid im Landkreis UnterallgĂ€u entschieden sich die BĂŒrger jedoch deutlich gegen eine Anschubfinanzierung in Höhe von 400.000 Euro.cite-ref-14[14] Am 15. Dezember 2005 wurde nach dreijĂ€hriger Verhandlung mit der Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben der Verkauf des FlughafengelĂ€ndes abgeschlossen. Damit gingen 144 Hektar des insgesamt 243 Hektar umfassenden GelĂ€ndes in den Besitz der Betreibergesellschaft ĂŒber.cite-ref-15[15] UrsprĂŒnglich war in einem Gutachten ein Wert fĂŒr das FlughafengelĂ€nde von 32 Millionen Euro ausgewiesen worden, was sich auf Baulandpreise bezog.
Das Flughafenareal wurde tatsĂ€chlich fĂŒr 2,1 Millionen Euro verkauft, was einem Pauschalpreis von unter 1,50 Euro pro Quadratmeter entspricht, einschließlich aller GebĂ€ude und der gesamten sonstigen Infrastruktur. Die Betreibergesellschaft verpflichtete sich im Gegenzug zur Übernahme der Altlasten.cite-ref-16[16] Der Freistaat Bayern förderte Investitionen in den Umbau des MilitĂ€rflugplatzes zu einem zivilen Verkehrsflughafen und sagte in diesem Zusammenhang einen Investitionszuschuss in Höhe von 7,5 Millionen Euro zu. Im Rahmen eines Notifizierungsverfahrens stimmte die EU im MĂ€rz 2007 dieser Bezuschussung zu.cite-ref-17[17]

Die Klagen dreier umliegender Gemeinden sowie mehrerer Anwohner und Landwirte vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die luftverkehrsrechtliche Genehmigung wurden mit Urteil vom 2. Dezember 2005 abgewiesen.cite-ref-18[18] Das Bundesverwaltungsgericht hatte gegen dieses Urteil allerdings wegen grundsĂ€tzlicher Bedeutung eine Revision zugelassen, diese jedoch, und damit alle anhĂ€ngigen Klagen, nach mĂŒndlicher Verhandlung am 13. Dezember 2007 in letzter Instanz abgewiesen.cite-ref-19[19]

Der Umbau der Picasso-Halle, eines ehemaligen Wartungshangars des frĂŒheren Fliegerhorstes in ein Terminal zur Abfertigung von Passagieren wurde kurz vor Aufnahme des Linienflugbetriebs 2007 abgeschlossen, ebenso wurden in dieser Zeit ein Instrumentenlandesystem sowie weitere technische AusrĂŒstung installiert und auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Fliegerhorsts ParkflĂ€chen, Verwaltungs- und ServicegebĂ€ude eingerichtet. SĂŒdlich der Start- und Landebahn entstanden FlĂ€chen fĂŒr die allgemeine Luftfahrt.cite-ref-20[20] FĂŒr den Sommerflugplan 2008 wurde die Zahl der ParkplĂ€tze auf dem FlughafengelĂ€nde nahezu verdoppelt, um ausreichend StellplĂ€tze fĂŒr das prognostizierte Passagieraufkommen anbieten zu können.

Mit Wirkung vom 25. September 2008 wurde der Platz formal in Memmingen umbenannt und dies in den NfL I 230/08 bekanntgegeben.

Im Mai 2009 wurde das Terminal erweitert und unter anderem eine zweite Etage mit weiteren Wartebereichen eingerichtet – die Erweiterung wurde am 29. Mai durch den bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil eröffnet.cite-ref-21[21] Ein Jahr spĂ€ter wurde das TerminalgebĂ€ude um zwei weitere Flugsteige auf insgesamt sechs erweitert und damit die KapazitĂ€t des Terminals auf 1,5 Millionen Passagiere erhöht. Im September 2010 wurden PlĂ€ne veröffentlicht, wonach auf dem FlughafengelĂ€nde ein neues Hotel entstehen sollte.cite-ref-22[22] Zu diesem Zweck wurde das ehemalige Krankenhaus des Fliegerhorsts umgebaut und erweitert.

2010 nahm die Billigfluglinie Ryanair den Linienverkehr auf. Sie konnte vom Flughafen Friedrichshafen abgeworben werden, nachdem sich dieser geweigert hatte, die von Ryanair geforderten MarketingzuschĂŒsse zu bezahlen.cite-ref-23[23] Ryanair entwickelte sich in den folgenden Jahren zur primĂ€ren Fluggesellschaft am Standort Memmingen.

Ausbau von 2010 bis 2021

Im November 2010 wurden Planungen fĂŒr weitere bauliche Maßnahmen bekannt gegeben, darunter eine Verbreiterung der Start- und Landebahn inklusive Ausbau der Rollwege sowie die Erweiterung des Terminals.cite-ref-24[24] Im Juni 2011 wurde der Planfeststellungsbeschluss fĂŒr die bereits im Winter 2010 angekĂŒndigten Ausbaumaßnahmen beantragt. Nach Planung soll die Start- und Landebahn von 30 Meter auf 45 Meter verbreitert und vom 2401 Meter auf 2981 Meter verlĂ€ngert werden. Der betonierte Bereich, auf dem sich die Bahn befindet, ist 2981 Meter lang und 60 Meter breit, wobei aufgrund verschiedener Faktoren (siehe Technische Ausstattung) bisher nur der innere Bereich von 30 Meter Breite und 2401 Meter LĂ€nge als Start- und Landebahn dient. Durch den Ausbau Ă€ndert sich die GrĂ¶ĂŸe des gegossenen Betons nicht. Die Bahn wird von 30 auf 45 Meter verbreitert, indem die bisher 15 Meter breiten befestigten Schultern auf beiden Seiten, jeweils auf die HĂ€lfte d. h. 7,5 Meter verschmĂ€lert werden. Die Bahn wird dabei von 2401 auf 2630 Meter verlĂ€ngert. Dabei soll auch die Befeuerung der Start- und Landebahn erneuert werden. Außerdem soll ein Instrumentenlandesystem (ILS) in die Nebenanflugrichtung 06 errichtet werden und voraussichtlich 2021 die Inbetriebnahme erfolgen.

Neben diesen Maßnahmen kommen weitere Asphalt- und Tiefbauarbeiten hinzu, wie die VergrĂ¶ĂŸerung des Vorfelds, die Erweiterung der GepĂ€ckhalle in einer GrĂ¶ĂŸe von 2100 mÂČ und der Bau ein neues RegenrĂŒckhaltebeckens.cite-ref-25[25] Zudem ist der Bau neuer Flugzeughallen und eine Erweiterung der Parkmöglichkeiten angedacht. ZusammenhĂ€ngend mit dem Ausbau sollen leerstehende GebĂ€ude bzw. GrundstĂŒcke vermietet oder verkauft werden. Beantragt wurde, die regulĂ€re Betriebszeit von 22:00 Uhr auf 23:00 Uhr auszudehnen und verspĂ€tete FlĂŒge bis 23:30 Uhr zu erlauben.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]

Anfang MĂ€rz 2013 genehmigte die Regierung von Oberbayern den Planfeststellungsbeschluss mit dem Ausbau des Terminals, den Neubau von Hangars sowie die Verbreiterung und VerlĂ€ngerung der Start- und Landebahn und den Ausbau der Taxiways. Ebenso wurde einer teilweisen Ausdehnung der Flugbetriebszeiten unter bestimmten EinschrĂ€nkungen zugestimmt.cite-ref-28[28] Mehrere BĂŒrger, der Bund Naturschutz und die Gemeinde Westerheim reichten Klage gegen den Beschluss ein. Die Gemeinde Memmingerberg beteiligte sich an der Klage, allerdings nur gegen die VerlĂ€ngerung der Flugzeiten und nicht gegen den gesamten Planfeststellungsbeschluss. Der Prozess gegen den Flughafenausbau und die VerlĂ€ngerung der Flugzeiten fand im Juni und Juli 2015 vor dem Verwaltungsgerichtshof in MĂŒnchen statt. Das Gericht wies sĂ€mtliche Klagen am 14. Juli 2015 ab; eine Revision wurde nicht zugelassen.cite-ref-br-de-29-0[29] Im September 2017 genehmigte die EU-Kommission eine Beihilfe des Freistaats Bayern, der von insgesamt 17 Millionen Euro Ausbaukosten nun 12,2 Millionen Euro beisteuern darf.cite-ref-austrianaviation-2017-09-07-30-0[30]

Im Dezember 2017 zertifizierte die EuropĂ€ische Agentur fĂŒr Flugsicherheit (EASA) die Sicherheitsstandards des Flughafens.cite-ref-31[31]

Durch ausgelastete Baufirmen verzögerte sich der Ausbau weiter und die Kostenprognose wurde von 17 auf 20 Millionen Euro erhöht.cite-ref-32[32] Der offizielle Spatenstich fand am 5. Oktober 2018 durch Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder statt. WĂ€hrend der Verbreiterung der Start- und Landebahn wurde der Flughafen vom 17. bis einschließlich 30. September 2019 geschlossen.cite-ref-33[33] Im Januar 2020 wurde die neue Befeuerung fertiggestellt. Dabei wurden 600 neue Leuchten, 120 Kilometer Kabel und zwei neue Notstromaggregate mit insgesamt 800 kW Leistung installiert.cite-ref-34[34]

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie wurde in der ehemaligen LĂ€rmschutzhalle, gegenĂŒber dem Terminal, ein Testzentrum eingerichtet. Im November 2021 wurden von der Bundeswehr mit Airbus A310 MedEvac mehrere VerlegungsflĂŒge von Corona-Intensivpatienten durchgefĂŒhrt, um die lokalen KrankenhĂ€user zu entlasten.cite-ref-35[35]

Am 5. Oktober 2021 wurde die neue GepĂ€ckhalle östlich des Terminals in Betrieb genommen. Die Investition fĂŒr die Halle und zugehörige Technik belief sich auf etwa drei Millionen Euro.cite-ref-all-in-2006-10-21-36-0[36]

Lage und Verkehrsanbindung

Der Flughafen liegt etwa drei Kilometer östlich von Memmingencite-ref-37[37] beziehungsweise zwei Kilometer von der Autobahnanschlussstelle Memmingen-Ost der A 96 entfernt und ist ab dort sowie von der A 7 ausgeschildert. Zudem ist er auch ĂŒber die Bundesstraßen 300 und 312 ĂŒber Memmingen erreichbar. Der Flughafen Memmingen liegt in Mittelschwaben, also nördlich des AllgĂ€us etwa 80 km von den österreichischen BundeslĂ€ndern Vorarlberg und Tirol sowie etwa 100 km von der Ostschweiz entfernt. Im Einzugsgebiet des Flughafens leben rund 11,3 Millionen Menschen aus insgesamt vier LĂ€ndern innerhalb von zwei Stunden Fahrzeit; allerdings erstrecken sich auch die Einzugsgebiete der internationalen FlughĂ€fen MĂŒnchen und Stuttgart sowie des Regionalflughafens Friedrichshafen bis Memmingen.cite-ref-38[38]

Mit dem öffentlichen Personennahverkehr bestehen Verbindungen zum etwa 4,5 Kilometer entfernten Bahnhof Memmingen mit der Stadtbuslinie 2 und der Regionalverkehrslinie 810/811.cite-ref-39[39] Dort bestehen regelmĂ€ĂŸige EuroCity-Verbindungen Richtung MĂŒnchen und ZĂŒrich sowie einmal tĂ€glich auch je eine Intercity-Verbindung Richtung Ruhrgebiet (teils weiter nach Hannover/Leipzig) und Oberstdorf. Seit 2017 können die Tickets mit der Bahn auch bis zum Flughafen durchgebucht werden.

Der AllgĂ€u-Airport-Express, eine Kooperation des Flughafens mit einem lokalen Busunternehmen, verbindet den Flughafen mit Expressbussen mehrmals tĂ€glich mit MĂŒnchen.cite-ref-40[40] Flixbus hat den Flughafen mehrmals tĂ€glich mit der Linie 063 und an den Wochenenden mit der Linie 186 und 005 in sein Streckennetz integriert.cite-ref-41[41]

Um dem zunehmenden Verkehr durch den Ort Memmingerberg in Richtung Flughafen Rechnung zu tragen, wurde eine Umgehungsstraße um den Ort herum gebaut und im November 2013 fĂŒr den Verkehr freigegeben.cite-ref-42[42] Forderungen nach einer eigenen neuen Autobahn-Anschlussstelle wurden bislang abgelehnt.cite-ref-43[43]

Bemerkenswert ist, dass Ryanair, Wizz Air und andere Billigfluggesellschaften aus GrĂŒnden der Vermarktung eine rĂ€umliche NĂ€he zur Stadt MĂŒnchen suggerieren, indem sie den Flughafen zunĂ€chst als Flughafen Memmingen/MĂŒnchen-West bezeichneten und spĂ€ter als Flughafen Memmingen MĂŒnchen. Die Entfernung von rund 100 km ist europaweit eine der grĂ¶ĂŸten, die ein Verkehrsflughafen zur namensgebenden Großstadt hat.cite-ref-44[44] Vergleichbar ist der Flughafen Frankfurt-Hahn, der ebenfalls etwa 100 km Luftlinie von der zugehörigen Metropole (Frankfurt am Main) entfernt liegt, wobei die ĂŒbliche Anfahrtroute dort mit 110–125 km allerdings noch grĂ¶ĂŸer ist. Die Fluggesellschaft Ryanair bezeichnet den Flughafen inzwischen nur noch als Memmingen.

Fluggesellschaften und Ziele

Am 28. Juni 2007 nahm TUIfly den Linienflugverkehr am Memminger Flughafen auf. Angeboten wurden zunÀchst die Urlaubsziele Mallorca, Kreta, Neapel, Rom, Venedig und Antalya sowie innerdeutsche Flugverbindungen nach Berlin und Hamburg. Zum Winterflugplan 2007 und zum Sommerflugplan 2008 wurde das Angebot sukzessive ausgeweitet, unter anderem wurden Verbindungen nach Köln und nach Tel Aviv neu aufgenommen.

Ab April 2009 bot die irische Billigfluggesellschaft Ryanair, die angekĂŒndigt hatte, den Flughafen Memmingen als MĂŒnchen-West zu vermarkten, zunĂ€chst FlĂŒge von Memmingen nach Alghero, Alicante, Dublin, Girona, London-Stansted, Pisa und Reus an.cite-ref-45[45] Im Herbst 2009 wurde das Angebot ausgebaut, ab Oktober wurden die zusĂ€tzlichen Ziele Bremen und Stockholm-Skavstacite-ref-46[46] sowie ab November das schottische Edinburgh angeflogen.cite-ref-47[47] Seither wurde, teils saisonal, um weitere Ziele ergĂ€nzt, darunter Trapani und Faro. Im Sommerflugplan 2011 folgte Rom-Ciampinocite-ref-48[48] sowie Palma. FĂŒr den Sommerflugplan 2012 wurden zwei neue Routen nach BrĂŒssel-Charleroicite-ref-49[49] und Budapest angekĂŒndigt.

Seit dem 7. August 2009 bot die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air eine Verbindung nach Kiew an und vom 22. September 2009 bis Februar 2010 wurde auch das polnische Kattowitz angeflogen. Es folgte eine Verbindung nach Lemberg, die aber bald darauf wegen Umbauarbeiten am Flughafen ausgesetzt und nicht wieder aufgenommen wurde, sowie zum Sommerflugplan 2011 eine neue Verbindung in die serbische Hauptstadt Belgrad. Ab dem 3. Oktober 2013 wurde auch die ukrainische Stadt Donezk angeflogen; die Verbindung wurde aufgrund der Zerstörung des Flughafens Donezk 2014 wieder eingestellt.cite-ref-50[50] Wizz Air will Memmingen langfristig zu ihrem sĂŒddeutschen Standort ausbauen.cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]

Zum 25. Oktober 2009 wurden die meisten StĂ€dteverbindungen von TUIfly von Air Berlin ĂŒbernommen,cite-ref-53[53] darunter auch die Verbindungen nach Hamburg, Köln (beide wurden wieder eingestellt) und Berlin, wĂ€hrend die restlichen Strecken der TUIfly ab Memmingen, darunter Verbindungen nach Rom und Pisa, fĂŒr den Winterflugplan 2009/2010 gestrichen wurden. Somit war die Gesellschaft erstmals seit Sommer 2007 nicht mehr in Memmingen prĂ€sent, sie kehrte zum Sommerflugplan 2010 aber saisonal wieder zurĂŒck. Berlin wurde durch Air Berlin ab dem Winterflugplan 2010/2011 ebenfalls nicht mehr bedient.cite-ref-54[54] Im Zuge der EinfĂŒhrung der Luftverkehrsabgabe strich Ryanair alle innerdeutschen Fluglinien, damit entfiel mit der Verbindung nach Bremen auch die letzte innerdeutsche Verbindung ab Memmingen.

Nach dem RĂŒckzug von Air Berlin verstĂ€rkte sich die dominierende Position von Ryanair, die im Winter 2010/2011 88,2 Prozent aller LinienflĂŒge ausfĂŒhrte.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]

Um ein grĂ¶ĂŸeres Angebot auf dem Flughafen zu schaffen und auch wieder innerdeutsche FlĂŒge anbieten zu können, grĂŒndeten einige Gesellschafter des Flughafens mit dem MĂŒnchner Unternehmer Georg Eisenreich die touropa touristik GmbH & Co. KG. Unter der Traditionsmarke wurden zuerst Pauschalreisen mit FlĂŒgen nach Gran Canaria, La Palma, Zypern, Hurghada und Antalya angeboten. DafĂŒr wurde ein Airbus A319 der Germania gechartert und am Flughafen stationiert.cite-ref-57[57] Die FlĂŒge wurden mit Beginn des Sommerflugplans 2012 aufgenommen. Im MĂ€rz 2012 wurde angekĂŒndigt, dass Avanti Air im Auftrag von Touropa ab Juni 2012 Linienverbindungen nach Berlin und Hamburg durchfĂŒhrt.cite-ref-58[58]cite-ref-59[59] Dazu wurde ein Flugzeug vom Typ ATR 72-200 mit drei Crews und Technikern auf dem Flughafen stationiert.cite-ref-60[60] Die FlĂŒge firmierten unter dem Namen flytouropa, unter dem auch EinzelflĂŒge fĂŒr die mit Germania angebotenen FlĂŒge gebucht werden konnten. Mangels Nachfrage wurden zum 1. Dezember 2012 die FlĂŒge nach Berlin und Hamburg und ab 12. Januar 2013 auch die FlĂŒge auf die Kanaren wieder eingestellt. Nachdem die anderen Flugziele (Zypern, Hurghada und Antalya) bereits im Laufe des Jahres 2012 eingestellt worden sind, bietet Touropa keine FlĂŒge ab Memmingen mehr an.

Die ab dem 4. Mai 2013 geplanten wöchentlichen FlĂŒge auf die Kanareninseln Gran Canaria und Fuerteventura kamen nicht zustande, da der Veranstalter Aviation Service Erfurt den Verkauf dieser Reisen eingestellt hatte. Die zunĂ€chst zum Einsatz gekommene Fluggesellschaft XL Airways Germany meldete Insolvenz an, und die Fluggesellschaft Enter Air, die an deren Stelle einspringen sollte, machte einen RĂŒckzieher.cite-ref-61[61]

Am 10. Oktober 2013 wurde bekannt, dass Germanwings ab dem 8. Dezember 2013 regelmĂ€ĂŸige FlĂŒge von Memmingen nach Berlin und Hamburg durchfĂŒhren wollte. Die FlĂŒge, die sowohl im Einzelverkauf als auch in Kombination mit Übernachtungen vermarktet werden solltencite-ref-germanwings-62-0[62], wurden schließlich von Eurowings durchgefĂŒhrt. Aufgrund der Ausflottung der CRJ900-Flugzeuge bei Germanwings sollten sie bald darauf wieder aufgegeben werden. Daraufhin kĂŒndigte Intersky jedoch an, die FlĂŒge als Zwischenstopp von und nach Friedrichshafen zu ĂŒbernehmen und auszuweiten.

Seit dem 1. November 2014 fliegt Wizz Air zweimal wöchentlich die rumĂ€nische Stadt Timișoara an. FĂŒr den Sommerflugplan 2015 hatte Wizz Air angekĂŒndigt, das Engagement weiter auszubauen und die Stadt Tuzla in Bosnien und Herzegowina sowie die HauptstĂ€dte Bulgariens und Litauens, Sofia und Vilnius, zu bedienen. Mit den neuen Zielen Hermannstadt (Sibiu), Kutaissi, NiĆĄ und Podgorica löste Wizz Air im Sommerflugplan 2016 Ryanair als aktivste Airline am Flughafen Memmingen ab.

Am Abend des 5. November 2015 stellte die Regionalfluggesellschaft InterSky den Flugbetrieb ein. Die Strecken nach Hamburg, Berlin und Köln/Bonn fielen komplett weg.cite-ref-63[63] Seitdem gibt es ab Memmingen keine innerdeutschen FlĂŒge mehr.

Seit dem Sommerflugplan 2016 bot die Low Cost Airline Pobeda, 100-%-Tochter der russischen Staatsairline Aeroflot, FlĂŒge zu ihrem Hub nach Moskau an. Diese wurden nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 eingestellt.

Seit dem 1. September 2017 betreibt Ryanair in Memmingen eine Basis mit 35 Mitarbeitern und hat dort ein Flugzeug fest stationiert. Insgesamt bediente Ryanair im Winter 16 Ziele ab Memmingen; neu waren Fes, Oradea, Sevilla, Stockholm, Thessaloniki und Warschau Modlin.cite-ref-64[64] Seit dem 31. MÀrz 2019 ist eine weitere Maschine der Ryanair in Memmingen stationiert und die Belegschaft wurde auf 70 Mitarbeiter aufgestockt. Dabei werden primÀr bestehende Ziele weiter ausgebaut und zum Teil ganzjÀhrig angeflogen.cite-ref-65[65]

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde der Winterflugplan 2020 drastisch eingeschrĂ€nkt. Im April kam der Flugverkehr nahezu ganz zum Erliegen. Durch den verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig starken Anteil von Arbeitsmigranten und Pendlern aus Osteuropa wurden die ersten Verbindungen bereits im Mai 2020 wieder aufgenommen und dauerhaft fĂŒr eine stabile Auslastung gesorgt. Der regulĂ€re Flugbetrieb im Rahmen eines reduzierten Sommerflugplans 2020 wurde ab 1. Juli 2020 wieder aufgenommen.

Im Sommerflugplan 2020 bedienten mit Stand 14. Juli 2020 acht Fluggesellschaften 49 Ziele ab Memmingen, neben Zielen in Osteuropa in erster Linie Ferienziele im Mittelmeerraum.cite-ref-66[66] Im Winterflugplan 2020/21 wurden nur 29 Ziele angeflogen, durch die anhaltende Pandemie kam es allerdings zu vermehrten Änderungen im Flugplan. Die Anzahl der FlĂŒge wurde im Sommerflugplan 2021 wieder deutlich ausgebaut und es konnten 46 Flugziele angeboten werden.cite-ref-67[67] Mit Beginn des Winterflugplans 2022/23 stationierte Ryanair eine dritte Maschine am Flughafen und erhöhte die Anzahl der direkt beschĂ€ftigten Mitarbeiter auf 90.cite-ref-68[68]

Sonstige Nutzung

Neben dem Linien- und Charterverkehr wird der Flughafen auch fĂŒr die Allgemeine Luftfahrt sowie als Ausweichflugplatz und fĂŒr ÜbungsflĂŒge durch die Bundeswehr genutzt.

Sportfluggruppe Memmingen

Der VorlĂ€ufer der Sportfluggruppe Memmingen grĂŒndete sich im Jahre 1936. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fand die Gruppe aber schnell wieder ein Ende. 1950 wurde der Verein neu gegrĂŒndet. HauptsĂ€chlich Segelflieger flogen damals. Der Verein half auch mit, die Start- und Landebahn wieder in einen, wenn auch eingeschrĂ€nkt nutzbaren Zustand zu bringen. In den folgenden Jahren wurde das Inventar wie Zugfahrzeuge, Winden und weiteres stetig ausgebaut. Auch die Bevölkerung zeigte ein großes Interesse fĂŒr das Fliegen, was durch verschiedene Flugzeugtaufen am Marktplatz oder Hallhof in Memmingen belegt ist. Die Übernahme der Bundeswehr 1955 und die Wiederaufnahme des Flugbetriebes beeintrĂ€chtigte die Sportfluggruppe nicht. Es engagierten sich auch viele MilitĂ€rpiloten in dem Verein. Parallel dazu entwickelte sich seit Mitte der 1960er Jahre die aus der Sportfluggruppe der Bundeswehr hervorgegangene Sportfluggruppe Memmingerberg. Diese betrieb neben dem Segelflug auch Motorflug. 1995 folgte der Zusammenschluss der beiden Gruppen und die Umbenennung in Sportfluggruppe Memmingen e. V.cite-ref-69[69]

DOTEC GmbH Wartungs-Center

Bereits seit 2006 hat sich das Luftfahrzeug-Wartungsunternehmen DOTEC GmbH am Flughafen Memmingen etabliert. Im Jahr 2011 erhielt die Firma ihre EASA-Part-145-Anerkennung durch das Luftfahrtbundesamt und bietet fĂŒr eine große Bandbreite von Flugzeugen Wartung und Instandsetzung sowie Umbauten und Ein-/NachrĂŒstungen in der Halle 26 an. Die zur „Line und Base“-Wartung genehmigten Luftfahrzeugtypen decken von Kleinflugzeugen bis 2,0 Tonnen ĂŒber ein- und zweimotorige Flugzeuge bis zu einem max. Abfluggewicht von 5,7 Tonnen fast aller Hersteller, sowie Flugzeuge wie Dornier 328 Turboprop und Jet in der Base- sowie Boeing 737NG und die Airbus A320 Serie (A318 bis A321) in der Line-Wartung ab.

Excellent Air

Im Jahr 2014 wurde das Charterflugunternehmen Excellent Air am Flughafen Memmingen gegrĂŒndet und hat dort seinen Sitz. Ebenfalls wurde in diesem Zuge das Unternehmen Excellent Jet Service GmbH gegrĂŒndet und betreibt einen kleinen Wartungshangar am Flughafen.

MilitÀrischer Flugverkehr

Neben zivilem Flugverkehr findet am Flughafen Memmingen auch militÀrischer Flugverkehr durch die Bundeswehr statt.

‱ FĂŒr das Taktische Luftwaffengeschwader 74 mit Sitz in Neuburg an der Donau dient der Flughafen Memmingen als Ausweichflugplatz. Zweimal jĂ€hrlich findet zudem eine Schulung fĂŒr das zivile Personal des Flughafens Memmingen statt und es werden FlugĂŒbungen durchgefĂŒhrt.cite-ref-70[70]cite-ref-71[71]
‱ Durch die Luftlande- und Lufttransportschule im oberbayerischen Altenstadt finden regelmĂ€ĂŸig ÜbungsflĂŒge des militĂ€rischen Transportflugzeugs A400M bzw. FallschirmsprungĂŒbungen mit dem Kurzstrecken-Transportflugzeug M28 statt.cite-ref-72[72]cite-ref-73[73]
‱ FĂŒr den Fliegerhorst Lechfeld in Lagerlechfeld, an dem zeitweise eine Stationierung des MilitĂ€rtransporters A400M geplant war, hĂ€tte der Flughafen Memmingen ebenfalls als Ausweichflughafen gedient.cite-ref-74[74]cite-ref-75[75]
‱ Vom Flugplatz Laupheim aus, an dem das Hubschraubergeschwader 64 der deutschen Luftwaffe stationiert ist, finden regelmĂ€ĂŸig FlĂŒge von Transporthubschraubern vom Typ CH-53 ĂŒber den Flughafen Memmingen statt.cite-ref-76[76]cite-ref-77[77]cite-ref-78[78]
‱ Mit dem A400M werden regelmĂ€ĂŸig TransferflĂŒge ĂŒber den Flughafen Memmingen innerhalb der Bundeswehr geflogen.cite-ref-79[79]

Verkehrszahlen

In den ersten Jahren nach Eröffnung des Flughafens im Jahr 2004 fand kein nennenswerter Passagierverkehr statt. Nach Aufnahme des Linienflugbetriebes im Juni 2007 wurden in den ersten zwölf Monaten ĂŒber 380.000 Passagiere verzeichnet. Im ersten vollstĂ€ndigen GeschĂ€ftsjahr 2008 wurden 460.081 Passagiere abgefertigt.cite-ref-80[80] Seitdem stiegen die Passagierzahlen am Flughafen konstant an und erreichten ihren Höhepunkt mit 911.609 Passagieren im Jahr 2010. Der RĂŒckgang 2011 wurde primĂ€r mit dem Wegfall der innerdeutschen Verbindungen begrĂŒndet, nachdem Air Berlin die Bedienung ihrer Routen eingestellt hatte. FĂŒr 2012 rechnete der Flughafen mit 950.000 Passagieren, erreichte aber nur 869.937. Die Zahl stieg zwar im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent, das selbst gesteckte Ziel wurde aber deutlich verfehlt.cite-ref-81[81]cite-ref-82[82] Die Passagierzahlen erreichten mit 750.334 ihren Tiefpunkt im Jahr 2014. Seitdem konnte die Anzahl der Passagiere zunehmend gesteigert werden. Der Anstieg geht hierbei auch sehr stark auf die zunehmenden Flugverbindungen nach Osteuropa zurĂŒck.cite-ref-83[83] 2017 fertigte der Flughafen erstmals mehr als eine Million Passagiere in einem Jahr ab. Am 6. Dezember 2018 konnte der zehnmillionste Passagier begrĂŒĂŸt werden.cite-ref-84[84] Nach einem Gutachten zum Ausbau des Flughafens wird bis 2025 mit einem jĂ€hrlichen Passagieraufkommen von bis zu 2,8 Millionen gerechnet.cite-ref-85[85] Die COVID-19-Pandemie fĂŒhrte zu einem Einbruch der Passagierzahlen von 1,7 Millionen 2019 auf 691.780 im Jahr 2020.

Laut einem Interview mit dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Flughafens aus dem FrĂŒhjahr 2015 betrĂ€gt der Anteil der FluggĂ€ste, die ihre Reise am AllgĂ€u Airport beginnen und wieder beenden (Outgoing), 59 %; der Anteil der FluggĂ€ste, die ĂŒber den AllgĂ€u Airport einreisen und einen zeitlich begrenzten Aufenthalt in der nĂ€heren oder weiteren Umgebung des Flugplatzes verbringen (Incoming), betrĂ€gt 41 %.cite-ref-86[86] GemĂ€ĂŸ den Ergebnissen einer Studie ifo Instituts im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums vom Dezember 2018 sind im Durchschnitt 40 % der FluggĂ€ste des Flughafens Memmingen Incoming Passagiere. Knapp zwei Drittel aller Übernachtungen der Reisenden verbleibt in Bayern und davon knapp 60 % in den bayerischen Zielregionen dieser Studie. Viele reisen jedoch auch ins angrenzende Baden-WĂŒrttemberg oder die NachbarlĂ€nder Österreich und Schweiz weiter.cite-ref-87[87] Laut der genannten Studie des ifo Instituts reisten 294.700 Passagiere im Jahr 2018 ĂŒber den Flughafen Memmingen ein. Von den einreisenden FluggĂ€sten gaben 21 % das AllgĂ€u als Ziel an und davon wiederum 40 % nannten als Anlass eine private Urlaubsreise. Aus den Zahlen der ifo-Studie und den Daten des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Statistik ergibt sich, dass bei fast 4 Millionen GĂ€steankĂŒnften im AllgĂ€u im Jahr 2018 0,6 % der AllgĂ€u-Urlauber ĂŒber den AllgĂ€u Airport angereist sind.cite-ref-88[88]

Die folgenden Angaben stammen aus dem Archiv der Statistiken ĂŒber die Entwicklung im Passagier- und Frachtverkehr des Flughafenverband ADVcite-ref-0-1-3[1] und den Statistiken des Statistischen Bundesamtes,cite-ref-destatis-89-0[89] sowie eigenen Angaben des Flughafens Memmingen.

| Jahr | Flugbewegungen | Passagiere |
|---|---|---|
| 2005 | 5.338 | 4.769 |
| 2006 | 5.724 | 4.715 |
| 2007 | 10.948 | 173.103 |
| 2008 | 7.985 | 460.081 |
| 2009 | 10.000 | 812.217 |
| 2010 | 10.292 | 911.609 |
| 2011 | 8.389 | 767.782 |
| 2012 | 10.368 | 867.375 |
| 2013 | 8.546 | 838.969 |
| 2014 | 8.540 | 750.334 |
| 2015 | 10.145 | 883.490 |
| 2016 | 9.759 | 996.714 |
| 2017 | 11.082 | 1.179.875 |
| 2018 | 13.082 | 1.492.553 |
| 2019 | 13.930 | 1.722.764 |
| 2020 | 8.155 | 690.780 |
| 2021 | 10.545 | 980.708 |
| 2022 | 15.804 | 1.991.208 |
| 2023 | 27.574 | 2.824.711 [ 91 ] |
| 2024 | 29.759 | 3.245.826 |

| Rang | Ziel | Passagiere 2022 | VerÀnderung | Passagiere 2021 | Starts 2022 | VerÀnderung | Starts 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Spanien Palma de Mallorca | 66.021 | â–Č 160,04 % | 25.389 | 428 | â–Č 478,387 % | 74 |
| 2 | Bulgarien Sofia | 52.420 | â–Č 54,92 % | 33.837 | 340 | â–Č 39,34 % | 244 |
| 3 | Nordmazedonien Skopje | 41.017 | â–Č 60,74 % | 25.517 | 224 | â–Č 38,27 % | 162 |
| 4 | Kosovo Pristina | 38.077 | â–Č 85,27 % | 20.552 | 216 | â–Č 40,26 % | 154 |
| 5 | Albanien Tirana | 37.924 | â–Č 87,28 % | 20.250 | 227 | â–Č 81,60 % | 125 |
| 6 | Serbien Belgrad | 36.232 | â–Č 101,29 % | 18.000 | 190 | â–Č 62,40 % | 117 |
| 7 | Bulgarien Varna | 31.034 | â–Č 86,85 % | 16.609 | 208 | â–Č 60,00 % | 130 |
| 8 | Vereinigtes Konigreich London-Stansted | 29.957 | â–Č 269,57 % | 8.106 | 196 | â–Č 133,33 % | 84 |
| 9 | Bosnien und Herzegowina Tuzla | 26.549 | â–Č 68,36 % | 15.769 | 178 | â–Č 48,33 % | 120 |
| 10 | Irland Dublin | 25.141 | â–Č 239,61 % | 7.403 | 170 | â–Č 136,11 % | 72 |
| 11 | Italien Palermo | 24.057 | â–Č 91,49 % | 12.563 | 147 | â–Č 72,94 % | 85 |
| 12 | Portugal Porto | 23.142 | â–Č 82,19 % | 12.702 | 134 | â–Č 45,65 % | 92 |
| 14 | RumĂ€nien Hermannstadt | 22.524 | â–Č 48,19 % | 15.199 | 142 | â–Č 16,39 % | 122 |
| 15 | Griechenland Thessaloniki | 22.426 | â–Č 83,59 % | 12.215 | 138 | â–Č 62,35 % | 85 |
| 16 | RumĂ€nien Bukarest | 22.015 | â–Č 126,70 % | 9.711 | 117 | â–Č 67,14 % | 70 |
| 17 | RumĂ€nien Timisoara | 21.591 | â–Č 106,87 % | 10.437 | 139 | â–Č 69,51 % | 82 |
| 18 | Spanien Malaga | 20.472 | â–Č 72,66 % | 11.857 | 126 | â–Č 50,00 % | 84 |
| 19 | Spanien Alicante | 19.517 | â–Č 54,09 % | 12.666 | 117 | â–Č 34,48 % | 87 |
| 20 | Bosnien und Herzegowina Sarajevo | 18.315 | â–Č 80,39 % | 10.153 | 117 | â–Č 64,79 % | 71 |
| In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) | In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) | In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) | In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) | In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) | In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) | In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) | In dieser Statistik sind nur Starts enthalten. (Keine Landungen) |

| Rang | Ziel | Passagiere 2022 | VerÀnderung | Passagiere 2021 | Starts 2022 | VerÀnderung | Starts 2021 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Spanien Spanien | 150.399 | â–Č 146,08 % | 61.119 | 986 | â–Č 111,59 % | 466 |
| 2 | RumĂ€nien RumĂ€nien | 124.404 | â–Č 109,90 % | 59.268 | 748 | â–Č 54,87 % | 483 |
| 3 | Bulgarien Bulgarien | 97.944 | â–Č 86,88 % | 52.410 | 644 | â–Č 65,55 % | 389 |
| 4 | Italien Italien | 90.860 | â–Č 176,81 % | 32.824 | 630 | â–Č 144,19 % | 258 |
| 5 | Bosnien und Herzegowina Bosnien u. Herzegowina | 62.246 | â–Č 89,45 % | 32.857 | 408 | â–Č 67,21 % | 244 |
| 6 | Serbien Serbien | 54.148 | â–Č 104,72 % | 26.450 | 312 | â–Č 64,21 % | 190 |
| 7 | Nordmazedonien Nordmazedonien | 51.021 | â–Č 50,98 % | 33.794 | 296 | â–Č 27,04 % | 233 |
| 8 | Portugal Portugal | 43.200 | â–Č 31,04 % | 32.968 | 257 | â–Č 5,76 % | 243 |
| 9 | Griechenland Griechenland | 37.130 | â–Č 13,01 % | 32.856 | 236 | â–Č 2,61 % | 230 |
| 10 | Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich | 30.451 | â–Č 274,04 % | 8.141 | 232 | â–Č 136,73 % | 98 |
| 11 | Kroatien Kroatien | 28.829 | â–Č 216,91 % | 9.097 | 197 | â–Č 159,21 % | 76 |
| 12 | Irland Irland | 25.141 | â–Č 239,61 % | 7.403 | 170 | â–Č 136,11 % | 72 |
| 14 | Lettland Lettland | 15.789 | â–Č 910,17 % | 1.563 | 105 | â–Č 517,65 % | 17 |
| 15 | Zypern Republik Zypern | 15.249 | â–Č 627,18 % | 2.097 | 98 | â–Č 444,44 % | 18 |
| 16 | Israel Israel | 13.430 | â–Č 207,18 % | 4.372 | 80 | â–Č 105,13 % | 39 |
| 17 | Montenegro Montenegro | 12.310 | â–Č 64,00 % | 7.506 | 81 | â–Č 22,73 % | 66 |
| 18 | Georgien Georgien | 11.156 | â–Č 191,81 % | 3.823 | 75 | â–Č 150,00 % | 30 |
| 19 | Turkei TĂŒrkei | 9.152 | neu | – | 60 | neu | – |
| 20 | Moldau Republik Moldau | 9.052 | ▌ 30,71 % | 13.071 | 54 | ▌ 38,64 % | 88 |
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Betreibergesellschaft und finanzielle Lage

AllgÀu Airport GmbH & Co. KG

Der Flughafen wurde von der AllgĂ€u Airport GmbH & Co. KG betrieben. Die Gesellschaft wurde 2002 von acht mittelstĂ€ndischen Firmen aus der Region um Memmingen gegrĂŒndet: Magnet-Schultz, Pfeifer Holding, Dachser, Berger Holding, Hans Kolb Wellpappe, MAHA Maschinenbau Haldenwang, SWH und Kurrle Holding.cite-ref-95[95] Am 4. September 2015 umfasste die Gesellschaft 73 Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen als Kommanditisten mit Kommanditeinlagen i. H. v. 9.520.000 €. Der Landkreis Neu-Ulm ist direkt mit einer Kommanditeinlage i. H. v. 100.000,00 € beteiligt. Diese wurde bereits im Jahr 2012 wegen der Verluste des Airports als wertlos erklĂ€rt und auf einen Euro Erinnerungswert abgeschrieben.cite-ref-96[96] Weitere öffentliche Gebietskörperschaften, wie die StĂ€dte Kempten (AllgĂ€u) und Kaufbeuren oder die Landkreise OstallgĂ€u und OberallgĂ€u sind indirekt durch die AllgĂ€uer Regional- und Investitionsgesellschaft mbH als grĂ¶ĂŸter Gesellschafter am Flughafen mit einem Kommanditanteil i. H. v. 1,6 Mio. € beteiligt.cite-ref-hr2015-97-0[97] 2012 wurde dieser Anteil wegen der Verluste des Flughafens um 50 % auf 0,8 Mio. € wertberichtigt.cite-ref-98[98] ZweitgrĂ¶ĂŸter Gesellschafter ist die Risikokapital-Fonds AllgĂ€u GmbH & Co. KG, Kempten mit einem Kommanditanteil i. H. v. 850.000,00 €, gefolgt von der Raiffeisenbank Kleinwalsertal mit einem Kommanditanteil i. H. v. 500.000,00 €.cite-ref-hr2015-97-1[97] Das Eigenkapital betrug am 31. Dezember 2014 5.010.358,35 €. Den Kapitalanteilen der Kommanditisten i. H. v. 9.520.000,00 € und deren Kapitalkonten II i. H. v. 10.631.000 € standen Verlustkonten i. H. v. 15.140.461,65 € und 1.353.184,30 € nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile von Kommanditisten gegenĂŒber.cite-ref-bilanz2014-99-0[99] GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Gesellschaft ist seit 2002 Ralf Schmid.cite-ref-100[100]

Am 3. Februar 2016 wurde die „Flughafen Memmingen GmbH, Memmingerberg“ in das Handelsregister eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die „DurchfĂŒhrung des Flugbetriebes am Verkehrsflughafen Memmingen in Memmingerberg (IATA CODE: FMM). Hierzu gehören insbesondere der Betrieb der gesamten fĂŒr die Abwicklung des Flugbetriebes erforderlichen Infrastruktur (Landebahn, Anflugbefeuerung, technische Abwicklung des Flugbetriebes) sowie der gesamte Bereich des Betriebs des Terminals einschließlich Passagierabfertigung. Eingeschlossen sind das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen; die Bewirtschaftung von Immobilien; alle mit den vorgenannten TĂ€tigkeiten unmittelbar oder mittelbar zusammenhĂ€ngenden, fördernden TĂ€tigkeiten.“ Das Stammkapital betrĂ€gt 25.000,00 €. Zum GeschĂ€ftsfĂŒhrer wurde (wie bei der AllgĂ€u Airport GmbH & Co. KG) Ralf Schmid bestellt.cite-ref-101[101]

Die ALLgate GmbH, zustĂ€ndig fĂŒr die Passagierabfertigung, ist eine hundertprozentige Tochter der Gesellschaft. Zudem ist der AllgĂ€u Airport mit 40 % an der fĂŒr die Flugzeugabfertigung zustĂ€ndigen Losch Airport Service AllgĂ€u GmbH beteiligt.cite-ref-bilanz2010-102-0[102]

Die ersten Jahre der Gesellschaft waren geprĂ€gt durch Investitionen wie dem Ankauf des FlughafengelĂ€ndes und der Sanierung bestehender Anlagen. Die Bilanz 2009 bezifferte acht Millionen Euro bis dato aufgelaufene Verluste, elf Millionen Euro langfristige Verbindlichkeiten und 100.000 Euro flĂŒssige Mittel, was eine Einlagenerhöhung der Gesellschafter nötig machte.cite-ref-gegenwind-103-0[103] Allerdings waren bei dieser Bilanz noch nicht die ZuschĂŒsse des Freistaats Bayerns zur Sanierung der Infrastruktur eingerechnet, welche teilweise schon im Voraus geleistet wurden.

Bis Ende 2009 hatte die Gesellschaft, mit ZuschĂŒssen, insgesamt 22 Millionen Euro investiert.cite-ref-104[104] 2009 erwirtschaftete der Flughafen erstmals einen Gewinn von 35.000 Euro im operativen GeschĂ€ft. Der Umsatz lag in diesem Jahr bei 8,1 Millionen, die Verbindlichkeiten bei 12,4 Millionen Euro und die Bilanzsumme bei 17,5 Millionen Euro.cite-ref-bilanz2010-102-1[102]

Das Betriebsergebnis wurde 2010, trotz erschwerter Bedingungen wie den Wegfall der innerdeutschen Verbindungen, auf 106.000 Euro gesteigert. Insgesamt bilanzierte der Flughafen allerdings einen Verlust von 610.000 Euro, bei einem Umsatz von 9,5 Millionen Euro, Verbindlichkeiten von 12,7 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von 18,9 Millionen Euro.cite-ref-105[105] Die Eigenkapitalquote stieg von 23,8 % im Vorjahr auf 28,7 % und lag damit, nach Angaben des GeschĂ€ftsfĂŒhrers, ĂŒber dem Durchschnitt aller deutscher FlughĂ€fen.cite-ref-106[106] Durch den RĂŒckgang der Passagiere wurde 2011 ein schlechteres Ergebnis erreicht. Es wurde ein Verlust von 2.030.843 Euro bilanziert, die Eigenkapitalquote sank auf 24,6 %. Die Verbindlichkeiten stiegen um 6,8 % auf 13,6 Millionen Euro und die Bilanzsumme betrug 19,9 Millionen Euro.cite-ref-bilanz2011-107-0[107] Das Ergebnis im Jahr 2012 konnte durch wieder gestiegene Passagierzahlen leicht verbessert werden. Es wurde ein Verlust von 1.125.499 Euro bilanziert, die Eigenkapitalquote sank auf 19,5 %. Als Grund fĂŒr den Anstieg des Fremdkapitals wurde ein Anstieg von Gesellschafterdarlehen beziehungsweise gesellschafternahe Darlehen zur Finanzierung der InvestitionstĂ€tigkeit angegeben. Die Verbindlichkeiten stiegen bis Ende 2014 auf 17,6 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 22,9 Millionen Euro.cite-ref-bilanz2014-99-1[99]

Durch den genehmigten Planfeststellungsbeschluss sind umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur in Höhe von 15 Millionen Euro geplant. Die hohen jÀhrlichen Defizite der Flughafengesellschaft und die AusbauplÀne werden von den Gegnern kritisiert.cite-ref-gegenwind-103-1[103]

Der Verlust im Jahr 2013 betrug 1,6 Millionen Euro. 2014 stieg er auf 1,753 Millionen Euro.cite-ref-bilanz2014-99-2[99] Ende 2014 nahm der AllgĂ€u Airport einen Zwischenkredit in siebenstelliger Höhe auf, um einen LiquiditĂ€tsengpass zu ĂŒberbrĂŒcken. Der Kredit kam nur durch den Einfluss von Flugplatzgesellschaftern zustande. Der AllgĂ€u Airport musste bis Mitte 2015 einen tragfĂ€higen Wirtschaftsplan vorlegen, da die zwei beteiligten Banken die Kredite nur unter verschĂ€rften Bedingungen auszahlten.cite-ref-108[108] Die WirtschaftsprĂŒfer weisen ausdrĂŒcklich darauf hin, „dass die Sicherstellung der finanziellen HandlungsfĂ€higkeit von der fortdauernden Finanzierung durch die Gesellschafter abhĂ€ngt.“cite-ref-bilanz2014-99-3[99] Die finanzielle Situation konnte im Jahr 2015 leicht verbessert werden. Es wurde ein Verlust von 1.075.065 Euro bilanziert, die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 29,1 %. Die Verbindlichkeiten sanken im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 17,1 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 25 Millionen Euro.cite-ref-bilanz2015-109-0[109] Im Jahr 2016 stabilisierte sich die Finanzlage des Airports weiter. Die Eigenkapitalquote stieg auf 32,6 %, die Verbindlichkeiten sanken auf 14,6 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 22,9 Millionen Euro. Das Jahresergebnis wies einen Fehlbetrag von 498.606 Euro aus, obwohl die Passagierzahl fast 1 Million erreichte und fĂŒr diese Anzahl ein profitabler Betrieb angekĂŒndigt worden war.cite-ref-110[110]cite-ref-111[111] Die Bilanzsumme im Jahr 2017 sank gegenĂŒber dem Vorjahr um 7,9 % auf 21,1 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 65,3 %. Die zahlungswirksame VerĂ€nderung des Finanzmittelbestandes ist 2017 aufgrund ZuflĂŒssen aus der InvestitionstĂ€tigkeit deutlich positiv. Die Verbindlichkeiten verringerten sich deutlich durch die RĂŒckfĂŒhrung der Bankverbindlichkeiten um 54,7 %.cite-ref-112[112]

Aufgliederung der bisherigen Betreibergesellschaft

Der ehemalige OberallgĂ€uer CSU-Landrat Gebhard Kaiser, Berater des Flughafens, brachte den Vorschlag die Airport GmbH in drei Gesellschaften zu gliedern. Am 3. Februar 2016 wurde bereits die Flughafenbetriebsgesellschaft „Flughafen Memmingen GmbH, Memmingerberg“ mit einem Stammkapital i. H. v. 25.000,00 Euro ins Handelsregister eingetragen. Sie ist fĂŒr den Flugbetrieb zustĂ€ndig und trĂ€gt das wirtschaftliche Risiko des Flughafens.cite-ref-113[113] Eine weitere neu zu grĂŒndende Gesellschaft ist die „Besitzgesellschaft II“, an der sich die Gebietskörperschaften mit 7,2 Millionen Euro beteiligen sollen.cite-ref-114[114] Auf diese Gesellschaft sollen die GrundstĂŒcke, die bisher aufgrund mangelnder Erschließung, Altlasten sowie luftrechtlicher Vorschriften (Luftrecht bricht die kommunale Planungshoheit) nicht verwertet werden konnten bzw. die derzeit als Parkplatz (siehe auch Altlasten PFT) genutzt werden, ĂŒbertragen werden. Die alte Gesellschaft soll zur „Besitzgesellschaft I“ werden. Sie wird dann den Flughafenkernbereich und die flugaffine GewerbeflĂ€chen umfassen. Diese Gesellschaft soll dann die staatlichen InvestitionszuschĂŒsse i. H. v. 12,2 Millionen Euro und den Verkaufserlös, den die Gebietskörperschaften fĂŒr ihre Anteile an der Besitzgesellschaft II bezahlen werden (7,2 Millionen Euro), vereinnahmen.cite-ref-sueddeutsche-de-115-0[115]cite-ref-116[116]cite-ref-117[117]

Mehrere Landkreise und StÀdte sagten bereits eine Beteiligung an der Besitzgesellschaft II zu:

‱ Stadt Memmingen: 1,8 Millionen Euro
‱ Stadt Kaufbeuren: 252 Tausend Euro
‱ Stadt Kempten (AllgĂ€u): 648 Tausend Euro
‱ Landkreis UnterallgĂ€u: 0,9 Millionen Euro
‱ Landkreiswohnungsbau UnterallgĂ€u GmbH: 0,9 Millionen Euro
‱ Landkreis OberallgĂ€u: 1,37 Millionen Euro
‱ Landkreis OstallgĂ€u: 720 Tausend Euro
‱ Landkreis Lindau: 324 Tausend Euro (Unter der Bedingung, dass sich auch die Landkreise OberallgĂ€u, OstallgĂ€u und UnterallgĂ€u sowie kreisfreie StĂ€dte beteiligen.)cite-ref-sueddeutsche-de-115-1[115]cite-ref-referencea-118-0[118]cite-ref-119[119]
‱ Landkreis Neu-Ulm: maximal 288 Tausend Euro (Unter der Voraussetzung, dass sich die anderen Kommunen ebenfalls beteiligen.cite-ref-neu-ulm-120-0[120] Diese Zusage wird mit folgender Erwartung verknĂŒpft: „Es kommt kĂŒnftig zu keinen weiteren Anfragen der Flughafenbetreiber und der Grundbesitzgesellschaft II an den Landkreis Neu-Ulm, was eine Erhöhung des Gesellschafteranteils, ZuschĂŒsse oder Gesellschafterdarlehen anbelangt.“cite-ref-neu-ulm-120-1[120])

Gegen den Kauf von GrundstĂŒcken durch die Stadt Memmingen und den Landkreis UnterallgĂ€u wurde am 14. Juli 2015 eine Unterschriftenaktion im Rahmen eines BĂŒrgerbegehrens gestartet.cite-ref-121[121] Von der Stadt Memmingen wurde diesem ein Ratsbegehren und vom Landkreis UnterallgĂ€u ein Kreistagsbegehren entgegengestellt. Nach Annahme der BĂŒrgerbegehren fanden die dadurch initiierten BĂŒrgerentscheide in Memmingen und im angrenzenden UnterallgĂ€u am 22. November 2015 statt.cite-ref-referencea-118-1[118]cite-ref-122[122]cite-ref-123[123]

In der Stadt Memmingen erreichte das BĂŒrgerbegehren gegen den GrundstĂŒckskauf 47,1 % Zustimmung der abgegebenen Stimmen; das Ratsbegehren fĂŒr den GrundstĂŒckskauf kam auf 59,6 % Zustimmung. Da das Quorum bei beiden Begehren nicht erreicht wurde, sind sie rechtlich nicht relevant und der Stadtratsbeschluss zum GrundstĂŒckskauf bleibt bestehen. Im UnterallgĂ€u erreichte das BĂŒrgerbegehren gegen den GrundstĂŒckskauf 52,6 % Zustimmung, der abgegebenen Stimmen; das Kreistagsbegehren fĂŒr den GrundstĂŒckskauf kam auf 53,7 % Zustimmung. Das Quorum wurde in beiden FĂ€llen erreicht. Die Entscheidung wurde ĂŒber die Stichfrage getroffen, die mit 52,7 % zugunsten des Kreistagsbegehrens ausfiel.cite-ref-124[124]cite-ref-125[125]cite-ref-126[126]

Mit Unterzeichnung des Kaufvertrags am 13. November 2017 erwarben die Gebietskörperschaften einen 55-prozentigen Anteil an insgesamt 21 Hektar großen FlĂ€chen auf dem FlughafengelĂ€nde fĂŒr 5,9 Millionen Euro, was einem Kaufpreis von 51 Euro pro Quadratmeter entspricht und im Vergleich zum ursprĂŒnglichen Preis von 1,5 Euro pro Quadratmeter zu sehen ist, den der Flughafen beim Erwerb der GrundstĂŒcke bezahlt hat (siehe Abschnitt Flughafen Memmingen 2004 bis 2010).cite-ref-127[127]

Seit 2022 leitet der Unternehmer Gerhard Pfeifer als Vorsitzender den Aufsichtsrat der Flughafen Memmingen GmbH und den Beirat der AllgÀu Airport GmbH & Co. KG.

Flughafen Memmingen GmbH

Nach der Umstrukturierung ist seit dem 1. Januar 2017 die Flughafen Memmingen GmbH die Betreiberin des Verkehrsflughafen und somit zustĂ€ndig fĂŒr den gewerblichen und nicht gewerblichen Luftverkehr. Weiterhin erzielt die Gesellschaft Einnahmen aus der Vermietung von ParkplĂ€tzen an FluggĂ€ste, der Vermietung von WerbeflĂ€chen, GewerbeflĂ€chen an Gastro-, Mietwagen- und Touristikbetriebe sowie von HallenflĂ€chen an flugaffine Betriebe und Flugzeuguntersteller. Das im Handelsregister eingetragene Stammkapital betrĂ€gt 1 Million Euro. 2017 konnte die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von 11,6 Millionen Euro erzielen. Es konnte erstmals ein Gewinn von 111.279,73 Euro erwirtschaftet werden.cite-ref-128[128] Im darauffolgenden GeschĂ€ftsjahr (2018) wurden die Umsatzerlöse um 16,1 %, auf 14,2 Millionen Euro erhöht werden. Dabei verdoppelte der JahresĂŒberschuss auf 261.105,87 Euro. Die Eigenkapitalquote betrug 63,8 %.cite-ref-129[129]

Laut einer Studie des Deutschen Steuerzahlerinstituts, ist der Flughafen damit einer von lediglich zwei deutschen RegionalflughĂ€fen, die tendenziell gewinntrĂ€chtig sind.cite-ref-130[130] Bedingt durch die starke Zunahme an Passagieren und trotz der zweiwöchigen Schließung wegen Bauarbeiten an der Start- und Landebahn im September, konnte die positive Entwicklung sich auch 2019 fortsetzen. Der Umsatz stieg auf 16,3 Millionen Euro und der Gewinn auf 640.602 Euro.cite-ref-131[131] Im Jahr 2019 verzeichnete der Flughafen insgesamt 1.722.764 Passagiere, ein Plus von rund 15 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Damit lag Memmingen deutschlandweit auf Platz 14.cite-ref-132[132]
Die Corona-Pandemie und der damit einhergehende RĂŒckgang der Passagiere, inklusive eines vierwöchigen Stopps aller Linien- und CharterflĂŒge, machte sich natĂŒrlich auch im Ergebnis bemerkbar. Der Umsatz ging auf 10,2 Millionen Euro zurĂŒck und es wurde ein Verlust von 110.525,54 Euro.cite-ref-133[133] Die Bayerische Staatsregierung kompensierte die Vorhaltekosten des Flughafens im Zeitraum vom 4. MĂ€rz bis 30. Juni 2020 mit 1,26 Millionen Euro.cite-ref-134[134]

FĂŒr das 2025 konnte der Flughafen mit 3.698.900 FluggĂ€sten einen neuen Höchstwert bei den Passagierzahlen und ein Plus von 14 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr verlautbaren.cite-ref-135[135]

Infrastruktur

Technische Ausstattung

Der Flughafen Memmingen ist mit einer 2630 Meter langen Start- und Landebahn ausgestattet.cite-ref-aip-136-0[136] Der Flugplatz ist fĂŒr Flugzeuge bis zu einer FlĂŒgelspannweite von maximal 52 Metern (ICAO-Code 4D) genehmigt.

Der Flughafen verfĂŒgt in Anflugrichtung 24 und seit Herbst 2021 fĂŒr die 06 ĂŒber ein Instrumentenlandesystem mit der Allwetterflugbetriebsstufe CAT I. In beiden Richtungen gibt es folgende NichtprĂ€zisionsanflugverfahren: Circling-Anflugverfahren, NDB/DME- und GPS-Anflugverfahren.cite-ref-aip-136-1[136]cite-ref-aip-ifr-approach-137-0[137]

Die Vereinigung Cockpit kritisiert die Sicherheit am Flughafen Memmingen wegen fehlenden technischen Einrichtungen und fĂŒhrt ihn deshalb seit Bestehen in ihrer jĂ€hrlich veröffentlichten MĂ€ngelliste.cite-ref-138[138]cite-ref-139[139] Im Bericht 2011 wurde gegenĂŒber 2010 einer von fĂŒnf Kritikpunkten gestrichen, da die Befeuerung der entsprechenden Taxiways zwischenzeitlich um die empfohlenen Runway-Guard-Lights ergĂ€nzt wurde.cite-ref-140[140] Auch 2013 und 2014 wurde Memmingen gerĂŒgt, dabei hatte Memmingen mit 19 die meisten MĂ€ngelpunkte unter den in Deutschland bewerteten FlughĂ€fen.cite-ref-141[141]cite-ref-142[142]cite-ref-143[143] Beanstandet wurden nach wie vor der fĂŒr Linienmaschinen nicht nutzbare Rollweg parallel zur Start- und Landebahn, das Fehlen von Runway Centreline Lights (die Beleuchtung der Mittellinie der Start- und Landebahn) sowie einer vollstĂ€ndigen Runway End Safety Area (eine SicherheitsflĂ€che vor und hinter dem Streifen einer Start-/Landebahn).cite-ref-144[144] GegenĂŒber 2012 wurden jedoch nun die geforderten Stopbars nachgerĂŒstet.cite-ref-145[145]cite-ref-146[146] Im Zuge der Baumaßnahmen 2019/20 werden die Runway Centreline Lights sowie Runway End Safety Area umgesetzt.cite-ref-147[147] Bei den Sicherheitsanforderungen erfĂŒllt der Flughafen die nationalen Richtlinien des BMVBS und die Mindeststandards der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Die darĂŒber hinausgehenden Empfehlungen der ICAO und die strengeren Forderungen des Weltpilotenverbandes IFALPA werden aber nicht in vollem Umfang eingehalten, worauf sich die Kritik der Vereinigung Cockpit begrĂŒndet. 2015 hat die Vereinigung Cockpit ihre Bewertungssystematik komplett umgestaltet. Nun wird fĂŒr jedes Merkmal eine Note vergeben. Memmingen kommt zusammen mit Heringsdorf mit der Note 2,9 auf den vorletzten Platz. Auf dem letzten Platz ist der Flugplatz Mannheim gelandet. Der Durchschnitt aller Flughafen liegt bei der Note 2,1.cite-ref-148[148]

FĂŒr die Wintermonate sind Einrichtungen zur Flugzeugenteisung mit zwei Enteisungsfahrzeugen vom Typ „Elephant-Beta“ vorhanden. Als Enteisungsmittel dient dabei ein auf ĂŒber 80° Celsius erhitztes Gemisch aus Wasser und Glykolalkohol. Zur FlĂ€chenenteisung stehen zehn SchneepflĂŒge mit KehrblasgerĂ€ten, zwei SchneefrĂ€sen, eine kleinere Schneeschleuder und drei Enteisungsmittel-SprĂŒhfahrzeuge zur VerfĂŒgung.cite-ref-aip-136-2[136]cite-ref-flughafendaten-149-0[149]

Das anfallende OberflĂ€chenwasser im Bereich der Startbahn und der VorfeldflĂ€chen wird in der NĂ€he von Ungerhausen in den Schmidbach, der auch Schmittenbach genannt wird, eingeleitet.cite-ref-150[150]cite-ref-151[151] HierfĂŒr bestand bis Ende 2014 eine befristete Genehmigung des Landratsamts UnterallgĂ€u. Am 6. Mai 2014 wurde ein neuer Bescheid zum Einleiten von OberflĂ€chenwasser ĂŒber zwei Einleitungsstellen in den Schmittenbach unter Auflagen erlassen. So muss u. a. ein neu zu errichtendes Versickerungsbecken in Betrieb genommen werden, was im Zuge der Baumaßnahmen 2019/20 erfolgte.cite-ref-la-unterallgaeu-152-0[152] Wegen der Hochwassergefahr lehnt der Gemeinderat von Ungerhausen eine Erweiterung der OberflĂ€chenwassereinleitung ab.cite-ref-153[153] Hinzu kommt, dass an der Einleitungsstelle von OberflĂ€chenwasser aus dem AllgĂ€u Airport in den Schmittenbach (bzw. Schmiedbach) am 19. Mai 2015 10,0 ng PFT je Liter Wasser und an der BrĂŒcke Schmiedbach 33,0 ng PFT je Liter Wasser festgestellt wurden.cite-ref-ungerhausen2015-154-0[154]

Treibstoffversorgung

Bereits wĂ€hrend der anfĂ€nglichen Bauphase des Flughafens in den 1930er Jahren wurde am östlichen Ende des Bahnhofes Ungerhausen von der Eisenbahnstrecke Buchloe-Memmingen eine etwa 4,5 Kilometer lange Anschlussbahn zur Treibstoff-Versorgung des Flughafens gebaut. Sie wurde Ende der 1970er Jahre zurĂŒckgebaut und unter der Trasse wurde eine Pipeline verlegt.cite-ref-155[155] Zur Entladung der Waggons und zur Einspeisung in die Pipeline und Tanklager wurde in der NĂ€he des Bahnhofes Ungerhausen eine Pumpstation gebaut. Die Anlagen wurden aber mit Schließung des Fliegerhorsts 2004 wieder abgebaut.cite-ref-156[156]

Die Tankanlagen des Fliegerhorsts werden nicht weiter benutzt. Das Tanklager fĂŒr Jet A1, welches fĂŒr Linienmaschinen genutzt wird, wird von der Air BP betrieben. Es gibt Tankwagen mit Jet A1 und seit August 2008 im SĂŒdbereich eine Tankstelle fĂŒr AVGAS 100LL sowie Jet A1 Treibstoff.cite-ref-157[157]

Energiemanagement

Bis 2023 versorgte ein Blockheizkraftwerk mit drei Erdgas-befeuerten Kesseln erzeugte mit einer elektrischen Leistung von 250 kW und einer WĂ€rmeleistung von 290 kW rund die HĂ€lfte des gesamten Energiebedarfs des Flughafens Memmingen an Strom. Die frei werdende WĂ€rme wird in das bestehende WĂ€rmenetz eingespeist.cite-ref-158[158] SĂŒdlich der Start- und Landebahn wurde bei der Erschließung des Interkommunaler Gewerbepark Flughafen SĂŒd – Benningen/Hawangen ein FernwĂ€rmenetz ausgebaut. WĂ€hrend des Ausbaus der Start- und Landebahn wurde die Verbindung der beiden Netze umgesetzt. Dort wurden auch bereits Leerrohre fĂŒr Biogas gelegt. Seit MĂ€rz 2023 wird die Gasversorgung mit einer fĂŒnf Kilometer langen Gasleitung von Biogasanlagen aus Hawangen sichergestellt. Diese dienen als Zuleitung fĂŒr ein neues Rohbiogas-Blockheizkraftwerk mit 1500 kW elektrischer und 1700 kW thermischer Leistung sowie einem Pufferspeicher von 300.000 Litern.cite-ref-159[159] An den ParkplĂ€tzen stehen LadesĂ€ulen fĂŒr Elektro- und Hybridfahrzeuge zur VerfĂŒgung, die von Photovoltaikanlagen versorgt werden.cite-ref-160[160]

Terminal – „Picasso-Halle“

Das Terminal des Flughafens wurde 1957/1958 als Flugzeug- und Wartungshangar gebaut und genutzt. Wegen ihrer freitragenden, geschwungenen Deckenkonstruktion und den charakteristischen StĂŒtzpfeilern, wird sie auch Picasso-Halle genannt. Ende 2006 begannen die Arbeiten, um aus der 2500 Quadratmeter großen Halle ein leistungsfĂ€higes Flughafenterminal zu bauen. In drei Monaten wurde fĂŒr rund vier Millionen Euro das Terminal, kurz vor Aufnahme des Linienflugbetriebs, fertiggestellt.cite-ref-161[161] In der ersten Ausbaustufe war es zunĂ€chst fĂŒr bis zu 400.000 Passagiere ausgelegt. So wurde auf der Nord- und SĂŒdseite jeweils eine Glasfront eingebaut. Weiter besaß der Terminalbereich zehn Check-in-Schalter, Bereiche fĂŒr beispielsweise ReisebĂŒros und Mietwagenfirmen und ein Bistro. Der Abflugbereich war erst fĂŒr drei Flugsteige, Sicherheitsschleusen, einen Duty-free Laden und ein weiteres Bistro ausgelegt. Der Ankunftsbereich besteht aus der GepĂ€ckausgabe mit den zwei GepĂ€ckbĂ€ndern, Zollabfertigung, Sicherheitskontrolle sowie Sitz- und Ruhemöglichkeiten. Beim Ausbau wurde auch der Einbau einer zweiten Ebene vorbereitet.cite-ref-162[162] Da bereits ein Jahr spĂ€ter der Flughafen schon ĂŒber 500.000 Passagiere hatte, war das Terminal schon an der Belastungsgrenze angekommen. 2009 wurde in einem Monat Bauzeit, zum großen Teil in Nachtarbeit, die zweite Ebene eingebaut. Damit wurden 325 Quadratmeter neue FlĂ€che, 150 weitere SitzplĂ€tze und ein neuer Flugsteig geschaffen und am 29. Mai 2009 vom Bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil eröffnet.cite-ref-163[163] In der Folgezeit wurde die Ebene kontinuierlich weiter ausgebaut. So wurden neue AufzĂŒge, Innen- und Außentreppen, ein weiteres Bistro und zwei weitere Flugsteige mit rund 440 Quadratmeter FlĂ€che gebaut und am 21. Mai 2010 eröffnet. Die Flugsteige fĂŒnf und sechs werden vorwiegend fĂŒr die Non-Schengen-FlĂŒge genutzt. Insgesamt wurden etwa 1,7 Millionen Euro fĂŒr den weiteren Ausbau investiert.cite-ref-164[164] Das Terminal hat nach diesen Maßnahmen eine KapazitĂ€t von zwei Millionen Passagieren pro Jahr auf einer GesamtflĂ€che von 5143 Quadratmeter. Im Jahr 2020 entstand ein neues Mietwagen- und ReisebĂŒro-Center mit CafĂ©, Bistros und Toilettenanlage gegenĂŒber dem Terminal-Eingang. Im Oktober 2021 wurde eine neue GepĂ€ckhalle mit einer FlĂ€che von rund 2300 Quadratmetern fertiggestellt, die östlich am bisherigen Terminal angeschlossen ist. Diese hat eine KapazitĂ€t von 2000 Passagieren pro Stunde.cite-ref-all-in-2006-10-21-36-1[36]

Kontrollturm

Der Tower des Flughafens wurde 1961 in Betrieb genommen. Im angeschlossenen Sockelbau befindet sich die Verwaltung des Flughafens. Er beherbergt seit 22. Juni 2007 die BetriebsrÀume der DFS Aviation Services, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Flugsicherung, die sich vorwiegend auf kleine und mittlere FlugplÀtze spezialisiert hat.cite-ref-165[165] Die VHF-Sprechfunkfrequenz des Towers liegt bei 126,855 MHz. Weitere Frequenzen sind ATIS 118,855 MHz und GND 121,680 MHz.cite-ref-166[166]

Umweltmanagement

Am Flughafen Memmingen erfolgt, auch aufgrund der Altlasten, eine regelmĂ€ĂŸige Grundwasservorsorge. So werden 3–4 Mal pro Jahr Proben vom Grundwasser entnommen und auf Schadstoffe ĂŒberprĂŒft.cite-ref-167[167]

Im Zuge des Ausbaus des Flughafens Memmingen sollen AusgleichsflĂ€chen fĂŒr die Versiegelungen geschaffen werden – rund 12 Hektar liegen bei Ottobeuren, Ollarzried und Inneberg. Eine FlĂ€che liegt an der westlichen GĂŒnz bei Inneberg und soll gleichzeitig als Hochwasserschutzmaßnahme in Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten umgesetzt werden.cite-ref-168[168] Zudem wurden rund drei Hektar Lerchenfenster außerhalb des FlughafengelĂ€ndes angelegt, und auf dem AirportgelĂ€nde entstand 2018 ein Eidechsenhabitat auf einer FlĂ€che von rund 5800 mÂČ.cite-ref-169[169]

Schutz vor Vogelschlag

Zum Schutz vor Vogelschlag wurden einige prĂ€ventive Maßnahmen unternommen. So wurden sĂ€mtliche BĂŒsche, die Vögel mit ihren Beeren anlocken könnten, um die Landebahn entfernt. Die Verkehrsschilder wurden mit Dornengitter versehen, damit diese nicht als Sitzplatz fĂŒr Vögel dienen können. Als Ausgleich dafĂŒr sind außerhalb der Gefahrenzone eigens Sitzstangen angebracht. Vor jedem Start oder Landung wird versucht, die Vögel mithilfe von Fanfaren, Schreckschusspistolen und Leuchtmunition zu vergrĂ€men. Zur Vertreibung von Saat- und RabenkrĂ€hen wird auch regelmĂ€ĂŸig ein Wanderfalke auf dem Areal des Flugplatzes eingesetzt.cite-ref-170[170]cite-ref-171[171] Zu den passiven Maßnahmen gehört das GrĂŒnflĂ€chenmanagement, wobei Streifen ca. 100 m von der Start- und Landebahn kurz gehalten werden. Innerhalb des Sicherheitsbereichs werden ca. 135 Hektar GrĂŒnflĂ€che nach den Vorgaben der Langgrasbewirtschaftung, wie sie im Biotopgutachten 2013 des Deutschen Ausschusses zur VerhĂŒtung von VogelschlĂ€gen im Luftverkehr (DAVVL) festgelegt sind, bewirtschaftet.cite-ref-172[172] Trotz der Schutzmaßnahmen kommt es im Schnitt zu etwa einem Vogelschlag pro Monat.cite-ref-173[173]

LĂ€rmmanagement

Am 1. Dezember 2012 trat die Verordnung ĂŒber die Festsetzung eines LĂ€rmschutzbereichs fĂŒr den Verkehrsflughafen Memmingen in Kraft, die von der Staatsregierung beschlossen wurde und das bundesrechtliche Gesetz zum Schutz gegen FluglĂ€rm (FluglĂ€rmgesetz) umsetzt. Permanent erfolgen an zwei Standorten außerhalb des Bereichs der Start- und Landebahn an den jeweiligen An- und Abflugkorridoren FluglĂ€rmmessungen des Dauerschallpegels und dessen monatlich ausgewertete Ergebnisse werden auf der Homepage des Flughafens veröffentlicht.cite-ref-174[174]

BeschÀftigte

Ende 2021 sind rund 105 Personen direkt am Flughafen Memmingen in Voll- und Teilzeit beschÀftigt, davon auch Auszubildende und Studenten, Praktikanten und Aushilfen. Weitere rund 430 Personen arbeiten auf dem FlughafengelÀnde bei Tochtergesellschaften ALLgate GmbH (Passagierabfertigung) und Losch Airport Service AllgÀu GmbH (Flugzeugabfertigung) sowie bei Drittunternehmen, die direkt dem Bereich des Flugbetriebes zuzuordnen sind.cite-ref-175[175]

Sicherheit

Polizei

Die Flughafenpolizei ist zustĂ€ndig fĂŒr sĂ€mtliche Polizeiaufgaben am Flughafen und vereint somit Funktion der Kriminal-, Verkehrs-, Sicherheits- und Grenzpolizei. Sie vollzieht die Grenzkontrollen bei der Aus- und Einreise sowie die Passagier- und GepĂ€ckkontrolle und ist zustĂ€ndig fĂŒr allgemeine Fragen zu Ausweisen, PĂ€ssen, Visa und Passersatzpapieren. Die Beamten werden von der Bayerischen Polizei gestellt. Der Flughafen liegt im Schutzbereich des PolizeiprĂ€sidiums Schwaben SĂŒd/West, örtlich zustĂ€ndige Dienststelle ist die Polizeiinspektion Memmingen. Untergebracht ist die Flughafenwache in einem NachbargebĂ€ude des Terminals.cite-ref-176[176] 2017 war die Wache mit 34 Polizisten besetzt.cite-ref-177[177] Durch das Wachstum des Flughafens und der steigenden Anzahl an Zielen aus LĂ€ndern außerhalb des Schengen-Raumes wurde eine weitere Aufstockung des Personals nötig. So wurde Anfang 2018 kurzfristig das Personal auf 50 Stellen angehoben.cite-ref-178[178] Mit dem 1. Januar 2020 wurde die bisherige Flughafenpolizei durch die Bayerische Grenzpolizei abgelöst. Diese ist organisatorisch weiterhin an die Polizeiinspektion Memmingen angegliedert, steht aber unter Fachaufsicht der Grenzpolizeidirektion in Passau.cite-ref-179[179] Im FrĂŒhjahr 2020 wuchs der Personalbestand auf 70 Polizeibeamte. Zum 1. MĂ€rz 2025 wurde die Grenzpolizeigruppe zu einer eigenstĂ€ndigen Grenzpolizeiinspektion umgewandelt. Hierbei soll der Personalbestand auf bis zu 130 Stellen anwachsen.cite-ref-180[180]

Zoll

Die Flughafenbetriebsgesellschaft hatte schon vor Beginn des Linienflugverkehrs einen eingeschrĂ€nkten Zoll-Status beantragt. Dieser wurde allerdings zunĂ€chst verweigert, was zur Folge hatte, dass die Abfertigung von Non-Schengen-FlĂŒgen 24 Stunden vorher angemeldet werden musste. Da die nahegelegenen Zollbehörden keine KapazitĂ€ten frei hatten, mussten zur Abfertigung regelmĂ€ĂŸig Beamte aus dem Bayerischen Wald anreisen.cite-ref-181[181] Die anfallenden Kosten wie zum Beispiel fĂŒr die Anreise und Übernachtung der Beamten musste die Betreibergesellschaft tragen.cite-ref-182[182] FĂŒr das Jahr 2008 hatte der Flughafen die Einrichtung einer stĂ€ndigen Dienststelle der Finanzbehörden beantragt, um die Zahl der FlĂŒge in und aus LĂ€ndern, die dem Schengener Abkommen nicht beigetreten sind, erhöhen zu können. Das Bundesministerium der Finanzen lehnte dies im Oktober 2007 mit der BegrĂŒndung, es gebe in SĂŒddeutschland bereits genug ZollflugplĂ€tze und eine ausreichende Auslastung einer solchen Dienststelle sei nicht zu erwarten, ab. Die Zollabfertigung in Nicht-EU-LĂ€nder wurde dann doch etwas erleichtert: Das Hauptzollamt Augsburg befreite auf Weisung des Bundesfinanzministeriums den Flughafen fĂŒr die wöchentlich stattfindenden FlĂŒge von und nach Antalya in der TĂŒrkei vom sogenannten „Zollflugplatzzwang“ und von der Beförderungspflicht. So konnten nun Zollbeamte aus der Region die Kontrollen ĂŒbernehmen. Zudem genĂŒgte es, wenn ein Flug eine Stunde vorher angemeldet wurde. Nach langen Verhandlungen wurde im August 2010 bekanntgegeben, dass der Flughafen Memmingen eine Dienststelle des Zolls mit dort stationierten Beamten erhĂ€lt und diese somit nicht mehr eigens fĂŒr die Abfertigung von Non-Schengen-FlĂŒgen anreisen mĂŒssen.cite-ref-183[183] Die Kontrolleinheit Flughafen Memmingerberg (AllgĂ€u Airport) ist organisatorisch eine Zweigstelle des Hauptzollamts Augsburg.cite-ref-184[184]

Flughafenfeuerwehr

Bei der Flughafenfeuerwehr sind 30 Personen im Dreischicht-System beschĂ€ftigt, um damit die stĂ€ndige Einsatzbereitschaft zu den Flugbetriebszeiten zu gewĂ€hrleisten. Der Fuhrpark besteht aus zwei Flugfeldlöschfahrzeugen, vom Typ MAN/Ziegler Z8 (FLF 60/120-15) mit einem Fassungsvermögen von 12.000 Liter Wasser und 1500 Liter Schaummittel AFFF, ein HLF 24/40 mit 500 Liter Schaummittel und einer 500 kg Pulverlöschanlage auf Mercedes-Benz-Fahrgestell. Dazu stehen noch ein Mercedes-Benz Sprinter Ambulanzwagen, ein MAN Rettungstreppenfahrzeug und ein Caterpillar Teleskoplader zur VerfĂŒgung.cite-ref-185[185] Diese sind in den gleichen GebĂ€uden wie schon zur Zeit des Fliegerhorsts untergebracht. Der Flughafen ist in der BrandbekĂ€mpfungskategorie 7 (Flugzeuge mit einer Spannweite von bis zu 49 Meter bis zu 61 Meter und einer Rumpfbreite von max. fĂŒnf Meter) und kann auf Anforderung auf die Kategorie 9 (bis 76 Meter) hochgestuft werden.cite-ref-186[186]

ZwischenfÀlle

‱ Am 11. November 1974 fiel an einer Percival Pembroke C.54 der Luftwaffe (Luftfahrzeugkennzeichen 54+16) das rechte Triebwerk aus. Auf dem Fliegerhorst Memmingen wurde eine sichere Notlandung durchgefĂŒhrt. Als Folge eines Defekts der Antriebsstange ragten einige Zylinder aus dem Motor heraus. Aufgrund des Alters der Maschine wurde sie nicht mehr repariert und zum Totalschaden erklĂ€rt. Alle vier Insassen ĂŒberlebten den Zwischenfall unverletzt.cite-ref-187[187]

Seit der Umwandlung in einen zivilen Flughafen ist fĂŒr Memmingen in der Liste des Aviation Safety Network kein einziger relevanter Zwischenfall eines Verkehrsflugzeugs enthalten.

Altlasten

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Perfluorierte Tenside (PFT)

Auf dem FlughafengelĂ€nde fanden seit der Inbetriebnahme FeuerlöschĂŒbungen statt. Als Brandmaterial wurde ĂŒberwiegend Kerosin, in kleinsten Mengen auch Napalm, verwendet.cite-ref-willig2003-188-0[188] Um das Feuer zu löschen, wurde Löschschaum eingesetzt. Diesem wurde seit Anfang der 1960er Jahre bis zum Jahr 2001 PFT (perfluorierte Tenside, Untergruppe der PFC – perfluorierten Kohlenwasserstoffe) beigesetzt. Bei den verwendeten Produkten handelte es sich v. a. um „Light water FC-203“ der Firma 3M, das sowohl perfluorierte Carboxylate als auch perfluorierte Sulfonate enthielt.cite-ref-danzer2014-189-0[189] Bis 1977 wurden FeuerlöschĂŒbungen in einer unbefestigten Bodenwanne durchgefĂŒhrt. Das Kerosin und die LöschschĂ€ume konnten ungehindert in den Untergrund versickern.cite-ref-willig2003-188-1[188] 1977 wurde dann an dieser Stelle ein Feuerlöschbecken erstellt, das an die teilweise marode Kanalisation des Flugplatzes angeschlossen wurde.cite-ref-danzer2014-189-1[189] Durch Undichtigkeiten der Fugen im Beton konnten jedoch weiterhin Schadstoffe, wenn auch in geringerem Umfang, in den Untergrund eindringen.cite-ref-willig2003-188-2[188] Im wehrgeologischen Gutachten aus dem Jahr 2003 wurde der Untergrund des Feuerlöschbeckens auf PAK, MKW, BTEX, LHKW und relevante Schwermetalle untersucht. Es wurden relativ hohe Blei- und Mineralölkohlenwasserstoffe gefunden.cite-ref-willig2003-188-3[188] „Weitere Parameter wurden hier nicht bestimmt.“cite-ref-willig2003-188-4[188] Der Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass das augenscheinlich kontaminierte Material auszukoffern und fachgerecht zu entsorgen sei.cite-ref-willig2003-188-5[188]

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Im Jahr 2007 wurden dann das Feuerlöschbecken und der umgebende Erdwall rĂŒckgebaut, um einen Parkplatz fĂŒr Kurzparker (heute P1) zu errichten. Beim RĂŒckbau wurden olivfarbene VerfĂ€rbungen und Mineralölgeruch festgestellt.cite-ref-henke2014-190-0[190] Bei der anschließenden Beprobung des ausgehobenen Materials wurde eine PAK-Konzentration von 2.941 ”g/kg festgestellt. Benzo(a)anthracen mit 710 ”g/kg und Phenanthren mit 630 ”g/kg stellten die grĂ¶ĂŸten PAK-Positionen dar. Außerdem wurden 397 ”g/kg AKW, 120 ”g/kg BTEX, 24 mg/kg Blei und 9,0 mg/kg Arsen sowie weitere Metalle festgestellt.cite-ref-henke2014-190-1[190] 791,43 Tonnen des belasteten Materials (Einbauklasse Z2) wurden in der Deponie Berkheim/Eichenberg entsorgt. Das mit Z1.2 eingestufte Aushubmaterial wurde auf einem GrundstĂŒck, das sich damals im Besitz der BImA befand, fĂŒr einen Schallschutzwall als Abgrenzung zum AMC-Übungsplatz unmittelbar am GelĂ€nde des AllgĂ€u Airport verwendet.cite-ref-henke2014-190-2[190]

Perfluorierte Tenside (PFT) / Perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC)

Eine gutachterliche Berechnung im Rahmen der orientierenden Untersuchung hat ergeben, dass durch FeuerlöschĂŒbungen im Zeitraum 1965 bis 2000 ca. 5,3 Tonnen PFCs freigesetzt wurden. Der Gutachter nimmt an, dass 90 Prozent der PFCs zunĂ€chst durch die marode Kanalisation abgefĂŒhrt wurde.cite-ref-danzer2014-189-2[189] Über den weiteren Verbleib dieser 90 Prozent trifft er keine Aussage. Die restlichen zehn Prozent der PFCs, ca. 525 kg, verblieben zunĂ€chst im Untergrund. Wiederum 90 % davon sind nach SchĂ€tzung des Gutachters bei der Sanierung und RĂŒckbau des Feuerlöschbeckens aus dem Untergrund entfernt worden.cite-ref-danzer2014-189-3[189] Diese befinden sich in der Deponie Eichenberg und im sĂŒdlichen GelĂ€nde, wo das Z1.2-Material wiederverwendet wurde.cite-ref-henke2014-190-3[190] Der Gutachter geht davon aus, dass als Schadstoffpotential ca. 52,5 Kilogramm PFC im Untergrund des ehemaligen Feuerlöschbeckens verblieben sind.cite-ref-danzer2014-189-4[189] Verbleiben diese PFCs weiterhin im Boden, so ist mit einer Emissionsdauer von ca. 220 Jahren bei einer jĂ€hrlichen Emission von 240 Gramm zu rechnen.cite-ref-danzer2014-189-5[189]cite-ref-191[191] VerschĂ€rft wird die Situation durch den Umstand, dass neben dem ehemaligen Feuerlöschbecken ein Versickerungsbecken fĂŒr das Niederschlagswasser der ParkplĂ€tze errichtet wurde.cite-ref-by17-9563-192-0[192] Über die Emission des PFC-verseuchten, ursprĂŒnglich mit Z1.2 klassifizierten Materials, das im sĂŒdlichen GelĂ€nde verbaut wurde, trifft der Gutachter in der orientierenden Untersuchung keine Aussage, da er keine Kenntnis ĂŒber die Umlagerung des PFT-belasteten Materials innerhalb des FlughafengelĂ€ndes hatte. Das Landratsamt UnterallgĂ€u erließ jedoch die Auflage, dass Baumaßnahmen auf dem FlughafengelĂ€nde, die im Zusammenhang mit der Niederschlagswasserbeseitigung stehen, erst dann ausgefĂŒhrt werden dĂŒrfen, wenn nachgewiesen werden kann, dass sich der Schaden durch PFT und die geplante Baumaßnahme nicht gegenseitig beeinflussen.cite-ref-la-unterallgaeu-152-1[152] Dies ist notwendig, da an der Einleitungsstelle von OberflĂ€chenwasser aus dem ehemaligen FliegerhorstgelĂ€nde in den Schmiedbach am 19. Mai 2015 10,0 ng PFT je Liter Wasser und an der BrĂŒcke Schmiedbach 33,0 ng PFT (davon 16,0 ng PerfluoroctansulfonsĂ€ure, 11,0 ng PerflurnonansĂ€ure und 4,6 ng PerfluorhexansulfonsĂ€ure) je Liter Wasser gemessen wurden.cite-ref-ungerhausen2015-154-1[154] „Die öffentliche Hand sieht allerdings derzeit keinen Handlungsbedarf, da die Werte noch unter den Schwellenwerten liegen.“cite-ref-ungerhausen2015-154-2[154]

Bei einer Entnahme von Grundwasserproben im September 2013 stellte das Wasserwirtschaftsamt Kempten per- und polyfluorierte Tenside (PFT) im Grundwasser unter dem AllgĂ€u Airport fest.cite-ref-193[193] PFT gelten als krebserregend. Der Schwellenwert nach den LfU-Leitlinien liegt bei 0,3 ”g je Liter Wasser. Am 16. Februar 2015 wurden jedoch in der Grundwassermessstelle 5 7,6 ”g PFT pro Liter Wasser gemessen. Vier weitere Messstellen wiesen ebenfalls PFT-Werte ĂŒber dem Schwellenwert aus.cite-ref-by17-9563-192-1[192] Diese PFT-Emissionen können die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Ungerhausen gefĂ€hrden, da die Grundwasserströmung in Richtung des Brunnens der Anliegergemeinde des Flugplatzes fĂŒhrt. Inzwischen steht fest, dass die Gemeinde Ungerhausen ihre eigene Wasserversorgung aufgeben muss, da in den verschiedenen Messpegeln bis zu 200 ng PFT gemessen wurde. Ungerhausen strebt nun einen Anschluss an die Wasserversorgung der Woringer Gruppe an. Laut BĂŒrgermeister Josef Fickler könnte der PFT-Wert sehr schnell nach oben gehen, wenn nach dem sehr trockenen Jahr 2018 durch starke RegenfĂ€lle der Schadstoff verstĂ€rkt in das Grundwasser gespĂŒlt werde.cite-ref-194[194]

Vor dem BĂŒrger- und Ratsbegehren, das am 22. November 2015 stattfand, haben u. a. der Memminger OberbĂŒrgermeister Ivo Holzinger und der UnterallgĂ€uer Landrat Hans-Joachim Weirather folgendes behauptet: „GegenĂŒber dem Landratsamt UnterallgĂ€u hat die BImA zugesagt, Kosten, die im Zusammenhang mit der PFT-Problematik auf dem KonversionsgelĂ€nde entstehen, zu ĂŒbernehmen.“cite-ref-195[195]cite-ref-196[196]cite-ref-197[197] Am 4. Dezember 2015 stellte jedoch das Finanzministerium klar: „Die VertrĂ€ge enthalten einen umfassenden und allgemeinen Haftungsausschluss der Bundesanstalt [fĂŒr Immobilienaufgaben] fĂŒr SachmĂ€ngel. DarĂŒber hinaus enthalten sie einen Ausschluss der Übernahme von Kosten, die zur Beseitigung schĂ€dlicher BodenverĂ€nderungen/Altlasten und etwaiger GebĂ€udeschadstoffe erforderlich sind.“cite-ref-198[198]cite-ref-199[199]

Als Antwort auf die Anfrage von drei Abgeordneten teilte das zustĂ€ndige Staatsministerium am 16. Dezember 2015 (veröffentlicht am 2. MĂ€rz 2016) den Anfragenden mit, dass Bodenproben im Bereich des ehemaligen Feuerlöschbeckens entnommen wurden. Die Messergebnisse lĂ€gen allerdings noch nicht vor. Bodenproben aus dem sĂŒdlichen RegenrĂŒckhaltebecken sowie an den Einleitungen in den Schmittenbach wurden bisher nicht durchgefĂŒhrt. Ebenso wurden im Bereich des ehemaligen KonversionsgelĂ€ndes noch keine Bodenproben entnommen. Auch das belastete Erdreich, das aus dem RĂŒckbau des ehemaligen Feuerlöschbeckens stammt und zum Bau eines LĂ€rmschutzwalls diente, wurde bisher nicht untersucht.cite-ref-by17-9563-192-2[192] Weitere Verdachtsmomente fĂŒr PFT/PFOS-Eintragungen im sĂŒdlichen GelĂ€nde sind lt. Antwort des Ministeriums die Verwendung von LöschschĂ€umen in Übungen und EinsĂ€tzen sowie weitere Umlagerung bzw. Einbau von belastetem Erdreich.cite-ref-by17-9563-192-3[192]

2018 wurden zur Erkundung des Grundwasserabstroms im Bereich des ehemaligen FeuerlöschĂŒbungsbeckens zwei zusĂ€tzliche Grundwassermessstellen durch ein GutachterbĂŒro errichtet. In sĂ€mtlichen Proben wurden Gehalte unterhalb der jeweiligen Schwellenwerte gemĂ€ĂŸ PFC-Leitliniecite-ref-200[200] bzw. der dort beschriebenen Summenparameter ermittelt. Diese kommen zum Ergebnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht von einer GefĂ€hrdung des weiteren Grundwasserabstroms von der Belastung am ehemaligen FeuerlöschĂŒbungsbecken auszugehen ist.

Kritik am Flughafen

Bereits im Jahr 2000, als die PlĂ€ne zum Abzug der Bundeswehr bekannt wurden, bildete sich der Aktionskreis Stopp dem FluglĂ€rm, kein Flugplatz Memmingerberg als Zusammenschluss der Flughafengegner. Dieser wandelte sich im April 2002 in einen gemeinnĂŒtzigen Verein um, mit dem Ziel, nach Abzug der Bundeswehr die fliegerische Nutzung des Areals zu verhindern und die BĂŒrger vor FluglĂ€rm zu schĂŒtzen. 2009 erfolgte die Umbenennung in BĂŒrger gegen FluglĂ€rm.cite-ref-201[201] Der Zweck des Vereines ist laut Satzung der Widerstand gegen Flughafenerweiterungsmaßnahmen am AllgĂ€u Airport, die aktive UnterstĂŒtzung bei FluglĂ€rmbeschwerden, Beobachtung der Einhaltung von Recht und Gesetz durch den Betreiber, der Widerstand gegen staatliche und kommunale Subventionierung, AufklĂ€rung ĂŒber Umweltbelastungen durch den Flugverkehr und die Bereitstellung von zusĂ€tzlichen Informationen zur Berichterstattung der Medien.cite-ref-202[202] So wurde im November 2002 in Memmingen eine Kundgebung auf dem Theaterplatz gegen die zivile fliegerische Folgenutzung des Fliegerhorstes mit 3500 Teilnehmern organisiert.cite-ref-203[203] Im MĂ€rz 2004 folgte eine weitere Demonstration mit 4000 Teilnehmern in Memmingen.cite-ref-204[204]

Gegen das Planfeststellungsverfahren 2011 wurden wĂ€hrend der zweiwöchigen Frist im August 2011 beim Luftamt SĂŒdbayern 964 Einwendungen eingereicht.cite-ref-205[205] Neben Privatpersonen haben auch der Verein BĂŒrger gegen FluglĂ€rm, der Verkehrsclub Deutschland und der Bund Naturschutz Einwendungen gegen das Ausbauvorhaben erhoben und sich in umfangreichen Stellungnahmen deutlich gegen die Ausweitung der Betriebszeiten und den KapazitĂ€tsausbau am AllgĂ€u-Airport ausgesprochen.cite-ref-206[206]cite-ref-207[207]

Anhörungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens fanden, auf Veranlassung der Genehmigungsbehörde, am 10. und 11. Januar 2012 statt. Hierbei wurden die Notwendigkeit fĂŒr den Ausbau der Infrastruktur am Flugplatz und die GrĂŒnde fĂŒr lĂ€ngere Betriebszeiten des Flugplatzes kontrovers diskutiert. Der Bund Naturschutz erneuerte die Einwendungen bezĂŒglich Klimaschutz und der Verkehrsclub Deutschland warnte vor den finanziellen Risiken. Der Verein BĂŒrger gegen FluglĂ€rm lehnt den Ausbau entschieden ab mit der BegrĂŒndung, dass die Genehmigung ökonomisch und ökologisch inakzeptabel sei, und forderte einen angemessenen Schutz vor FluglĂ€rm.cite-ref-208[208]cite-ref-209[209]cite-ref-210[210]
Nach Bekanntgabe der Genehmigung des Planfeststellungsbeschlusses wurde die Kritik von den VerbĂ€nden erneuert. Mehrere BĂŒrger, der Bund Naturschutz und die Gemeinde Westerheim einigten sich daraufhin, Klage gegen die Genehmigung einzureichen.cite-ref-211[211] Die Gemeinde Memmingerberg beschloss, auch Klage einzureichen, allerdings nur gegen die VerlĂ€ngerung der Flugzeiten und nicht gegen den gesamten Planfeststellungsbeschluss.cite-ref-212[212] Der Prozess gegen den Flughafenausbau und die VerlĂ€ngerung der Flugzeiten fand an vier Verhandlungstagen im Juni und Juli 2015 vor dem Verwaltungsgerichtshof in MĂŒnchen statt. Laut eines Gutachtens, das der AllgĂ€u Airport in Auftrag gegeben hat und das dem Gericht vorliegt, sollen statt bisher durchschnittlich 80 NachtflĂŒge in Zukunft 2000 LinienflĂŒge zuzĂŒglich zu Ambulanz- und SonderflĂŒgen pro Jahr nachts stattfinden.cite-ref-213[213] Das Gericht wies sĂ€mtliche Klagen am 14. Juli 2015 ab und eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen.cite-ref-br-de-29-1[29]

Siehe auch
Weblinks

Commons

: Flughafen Memmingen

– Sammlung von Bildern

‱ Offizielle Website des Flughafens Memmingen
‱ Offizielle Website des Vereins „BÜRGER GEGEN FLUGLÄRM e. V.“

Einzelnachweise

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cite-note-33. ↑ Dyrk Scherff, Memmingen hebt ab, in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 4.1.2026, S. 22
cite-note-44. ↑ Florian Fuchs: Memmingen: Flughafen schreibt Erfolgszahlen. In: sueddeutsche.de. 23. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2024.
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cite-note-3535. ↑ Tagesschau: Luftwaffe fliegt Corona-Patienten aus
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